Getrennte Erfassung von jodorganischen Röntgenkontrastmitteln in Krankenhäusern

Jodorganische Röntgenkontrastmittel (RKM) werden praktisch vollständig und unmetabolisiert innerhalb von 24 Stunden über den Urin der Patienten in das Abwasser emittiert, wobei sich in Berlin das Jodaufkommen zu jeweils 50 % auf Krankenhäuser und niedergelassene Arztpraxen verteilt. Diese polaren, stark hydrophilen und zugleich schwer abbaubaren Stoffe gelangen über die Kläranlagen in die Gewässer,wo sie bereits nachgewiesen wurden. Aufgrund des Vorsorgeprinzips und des Minimierungsgebots der deutschen Trinkwasserversorgung bietet es sich an, sie direkt am Ausgangspunkt aufzufangen, so dass ein Eintrag in den Wasserkreislauf nicht mehr möglich ist.

Um den mit RKM belasteten Urin in Krankenhäusern separat zu sammeln und zu entsorgen, wurden daher in dem vorliegenden FE-Projekt ein zentrales Erfassungskonzept mit einer Trenntoilette in der Radiologie, ein dezentrales Erfassungskonzept mit jeweils einer Trenntoilette auf den Stationen und ein weiteres dezentrales Erfassungskonzept mit mobilen Urinbehältern auf den Stationen entwickelt. Deren Bewertung erfolgte systematisch nach Kosten, Akzeptanz und einer Nutzwertanalyse unter den Kriterien: Integration in die vorhandene Sanitärtechnik und in die vorhandenen Aufenthalts- und Wartebereiche, zusätzlicher Betreuungsaufwand, Integration in den medizinischen Behandlungsablauf der Radiologie bzw. der Stationen, Qualität der Patientenbehandlung, Erfassungsmenge sowie -grad.Die Machbarkeitsstudie zeigt, dass eine getrennte Erfassung von jodorganischen Röntgenkontrastmitteln in Krankenhäusern durch dezentrale Sammlung des Urins mit mobilen Urinbehältern am besten zu verwirklichen und daher grundsätzlich durchführbar ist. Dieses dezentrale Erfassungskonzept soll in einer Test- und Demonstrationsphase praktisch umgesetzt und ausprobiert werden.



Copyright: © Vulkan-Verlag GmbH
Quelle: GWF 09 / 2005 (September 2005)
Seiten: 8
Autor: Dipl.-Ing. Claire Pineau
Dr.-Ing. Bernd Heinzmann

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