Oberflächenabdichtung nach dem Boden-Natur-Dichtungssystem (BND-System) – 10 Jahre hydrologisches Monitoring auf der Zentraldeponie Castrop Rauxel

Die Anzahl wissenschaftlich belastbarer Langzeit-Beobachtungen zur Wirkungsweise und Zuverlässigkeit von Deponieoberflächenabdichtungssystemen ist beschränkt. Bei solchen Untersuchungen sollten nicht einzelne Systemkomponenten isoliert betrachtet, sondern in den Mittelpunkt sollte das gesamte Systemverhalten mit den Wechselwirkungen der Systemkomponenten untereinander gesehen werden.


Dadurch können Effizienz und Zuverlässigkeit des Oberflächenabschlusssystems besser beurteilt werden. Der vorliegende Beitrag behandelt ein 10-jähriges Wasserhaushaltsmonitoring an einem Oberflächenabdichtungssystem, das seinerzeit als ein zu den Anforderungen der TASi [TASi 14.05.1993] gleichwertiges System konzipiert worden war und für das eine Genehmigung auf der Rechtsgrundlage der alten DepV erteilt worden ist. Es entspricht formal nicht den Vorschriften der neuen Deponieverordnung [DepV 16.07.2009], doch rechtfertigen die dauerhafte Systemdichtigkeit und die grundlegenden Einsichten in die Funktionsweise des Systems eine eingehende Beschäftigung mit den Ergebnissen des Monitorings. Zudem erweitern die Ergebnisse die Datenbasis für vergleichende Betrachtungen zu Deponieoberflächenabdichtungen [z. B. Henken-Mellies & Schweizer 2007, Behling 2010].

Die Abfallentsorgungsgesellschaft Ruhrgebiet (AGR mbH) hatte das alternative Oberflächenabdichtungssystem für die Zentraldeponie Castrop-Rauxel (DK II) vor mehr als 10 Jahren vorgeschlagen. Der Lehrstuhl für Angewandte Physische Geographie der Ruhr-Universität Bochum wurde seinerzeit gebeten, die für eine Eignungsbeurteilung erforderlichen Untersuchungen durchzuführen. Von Beginn an waren in die Planungen der Versuchseinrichtungen alle maßgeblichen Akteure eingebunden: AGR, BFUB (Gesellschaft für Umweltberatung und Projektmanagement mbH, Herten) für die Betreiberseite sowie das Staatliche Umweltamt Herten und die Bezirksregierung Münster als Genehmigungsbehörden. Die wissenschaftliche Prüfung und Auswertung der Daten ist vom LANUV (Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen, vormals LUA) beauftragt worden. Im Jahr 2009 veröffentlichte das LANUV eine auf Nordrhein-Westfalen beschränkte Eignungsbeurteilung für das sogenannte Boden-Natur-Dichtungssystem (BND-System) [LANUV 2009].
 
 
Die Ziele dieses Beitrages bestehen darin,
  • die zeitliche Entwicklung der Durchsickerung durch die Dichtschicht über einen Zeitraum von 10 Jahren darzustellen, 
  • diese Sickerung im Verhältnis zur Dynamik des lateralen Abflusses oberhalb der Dichtschicht zu diskutieren, 
  • die Belastungssituationen der Dichtschicht durch Wasseraufstau und Abtrocknung zu dokumentieren, 
  • das BND-System mit einer Variante des Dichtungssystems ohne Drainschicht zu vergleichen, und zwar hinsichtlich der vorgenannten Beobachtungen,
  • insgesamt die hydrologische Leistungsfähigkeit beider Gesamtsysteme zu beurteilen.



Copyright: © ICP Ingenieurgesellschaft Prof. Czurda und Partner mbH
Quelle: Rekultivierung von Deponien und Altlasten 2010 (Oktober 2010)
Seiten: 12
Preis inkl. MwSt.: € 6,00
Autor: Prof. Dr. Harald Zepp
Dr. Kathrin Weiß
Dipl.-Ing. agr. Friedrich Heimann
Dipl.-Ing. Arnd Kadelka

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