Der LAWA Bericht „Geringfügigkeitsschwellen“ – das Ende der Harmonisierung?

Die Diskussion über die Harmonisierung von Werten, die Grundwasser und dessen Umfeld betreffen, reicht schon eine lange Zeit zurück. Zunächst war damit eine regionale Harmonisierung gemeint, weil im Deutschland der achtziger und neunziger Jahre des letzten Jahrhunderts eine Vielzahl häufig nur leicht voneinander abweichender Werte zur Beurteilung von Grundwasserverunreinigungen entstanden waren.

Einen ersten Harmonisierungserfolg feierte die Länderarbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA) 1994 mit dem Bericht „Empfehlungen für die Erkundung, Bewertung und Behandlung von Grundwasserschäden“, in dem es gelang, die unterschiedlichen Länderlisten in Form von Wertebereichen anzugeben. Im Lauf der neunziger Jahre begann die Diskussion im Zusammenhang mit der Bodenschutzgesetzgebung von Neuem, neben der regionalen kam jetzt noch eine medienübergreifende Komponente hinzu. Dabei wurde überlegt, die Sickerwasserprüfwerte der Bodenschutzverordnung mit den Werten zur Beurteilung von Grundwasserbefunden zu harmonisieren. Bald kamen noch andere Anwendungsbereiche wie die Verwertung von Abfällen hinzu. Im Jahre 2000 wurde von einer Arbeitsgruppe bestehend aus Vertretern der Länderarbeitsgemeinschaften Boden, Abfall und Wasser der Bericht „Harmonisierung bodenbezogener Werteregelungen“ vorgelegt. Darin wird der LAWA empfohlen, „eine aktualisierte Liste der Geringfügigkeitsschwellen für die Beurteilung eines Grundwasserschadens, incl. Darlegung der Ableitungsmaßstäbe, ggf. unter Einbeziehung auch weiterer altlastrelevanter Stoffe, zu erstellen, die bei einer Fortschreibung der BBodSchV zu berücksichtigen ist.“ Die LAWA griff den Gedanken der Harmonisierung erneut auf und beauftragte eine Bund-Länder- Arbeitsgruppe mit der Erstellung einer Liste von Geringfügigkeitsschwellenwerten. Damit war das Ziel verbunden, für alle das Grundwasser betreffenden Stoffeinwirkungen ein einheitliches Wertegefüge zur Verfügung zu haben. Grundwasserschadensfälle und Altlasten sollten damit ebenso bewertet werden können wie Einträge aus der stofflichen Verwertung von Abfällen und von Produkten auf das Grundwasser. Im Jahr 2004 hat die LAWA der Umweltministerkonferenz (UMK) einen mit den betroffenen Länderarbeitsgemeinschaften und Wirtschaftsverbänden abgestimmten Bericht vorgelegt, der im Dezember 2004 von der Umweltministerkonferenz verabschiedet und den Ländern zur Anwendung empfohlen worden ist.



Copyright: © ICP Ingenieurgesellschaft Prof. Czurda und Partner mbH
Quelle: 6. Karlsruher Altlastenseminar - 2005 (Juni 2005)
Seiten: 5
Preis inkl. MwSt.: € 2,50
Autor: Dr. Michael Altmayer

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