Black Box spart Geld - Intelligentes Management für Kommunal- und Sonderfahrzeuge

Ordnungspolitische Maßnahmen und zunehmender Wettbewerbsdruck stellen die Entsorgungswirtschaft vor große Herausforderungen. Während die an die Betriebe gestellten Anforderungen auf vielen Ebenen steigen, werden die Budgets der öffentlichen Hand immer enger. Die Optimierung von Unternehmensprozessen und Betriebsabläufen ist daher ebenso gefordert wie ein striktes Kostenmanagement. Hier hilft ein intelligentes Fuhrparkmanagement.

19.11.2006 Besonders kostenintensiv ist der Betrieb von Nutz- und Sonderfahrzeugen im kommunalen Einsatz. Doch gerade hier werden vorhandene Einsparpotenziale nur selten in vollem Umfang ausgeschöpft. Das könnte sich bald ändern: Die Ludwigshafener Pincar AG hat ein innovatives Technologiekonzept zur Steuerung und Verwaltung von Fahrzeugen entwickelt, das auch Entsorgungsdienstleistern neue Perspektiven im Fuhrparkmanagement eröffnet.

Welches Fahrzeug war wann im Einsatz, von wem wurde es geführt und welche Tätigkeiten wurden dabei verrichtet? Ob im Sammel- und Verteilerverkehr, im Winterdienst oder bei der Straßenreinigung - die Einsatzplanung und -kontrolle von Nutz- und Sonderfahrzeugen wird zunehmend wichtiger und komplexer. Ein effizientes Controlling scheitert in der Praxis häufig an verfügbaren Ressourcen und geeigneten Hilfsmitteln. In vielen Betrieben ist es noch immer gängige Praxis, Angaben zu Einsätzen, gefahrenen Routen und Verbrauchsdaten manuell zu erfassen. Lücken- oder fehlerhafte Dokumentationen sind die Folge. Maßnahmen zur Effizienzsteigerung können daraus nur unzureichend abgleitet werden.

Zukunftsweisende Lösungen bieten elektronische Systeme, die exakte Daten zeitnah übermitteln und zur bedarfsgerechten Nutzung aufbereiten. Die Ludwigshafener Pincar AG hat hierzu ein neuartiges Fahrzeugmanagementsystem auf Basis von Telematik und Internet entwickelt.

Herzstück des Systems ist eine kleinformatige Box, die einfach zu bedienen ist und im Fahrzeug installiert wird. Über den integrierten GPS-Empfänger kann der Fahrzeugstandort jederzeit punktgenau ermittelt werden. Ein CAN-Bus-Adapter erfasst weitere Informationen direkt über die Bordelektronik. Während andere Systeme in der Regel nur Näherungswerte wiedergeben, überträgt Pincar exakte Daten wie Kilometerstand, Tankinhalt und Drehzahl ohne Medienbruch zur Auswertung an einen Zentralrechner. Dort werden die gesammelten Informationen bedarfsgerecht aufbereitet und anschließend zur weiteren Nutzung in einem sicheren Internetportal zugänglich gemacht. Die Hardware verfügt über die E1-Zulassung des Kraftfahrtbundesamtes (KBA). Sie kann damit in jedes in der EU zugelassene Fahrzeug (Pkw und Lkw) auch nachträglich ohne zusätzliche TÜV-Abnahme eingebaut werden.
 
In verschiedenen Feldversuchen mit Firmenflotten, u.a. im Rahmen eines Pilotprojektes bei der BASF AG, wurde das System umfassend getestet und optimiert. Dabei konnten Einsparungen von bis zu 20 Prozent der Gesamtkosten nachgewiesen werden. Die auf Basis dieser Erfahrungen entstandene Pincar-Suite stellt Fuhrparkbetreibern ein umfassendes Leistungsspektrum zur Verwaltung und Kostenoptimierung ihres Fahrzeugbestands zur Verfügung. Im Bereich von Pkw-Flotten werden Modullösungen bereits erfolgreich eingesetzt, z.B. zur Verbrauchsdatenerfassung, zur Führung elektronischer Fahrtenbücher oder zur Steuerung von Außendienst- und Servicefahrzeugen. Nun sollen die Anwendungen auch für den Nutzfahrzeugsektor zugänglich gemacht werden.

Zur Erprobung und Anpassung des Systems an die Erfordernisse von Kommunal- und Sonderfahrzeugen wurde eine Kooperation mit einem Ludwigshafener Straßenreinigungsdienst vereinbart. Im öffentlichen und privaten Auftrag eingesetzte Kehrmaschinen werden mit Pincar-Geräten ausgestattet, um die gefahrenen Routen und die vor Ort ausgeführten Arbeiten zu erfassen und zu dokumentieren. "Somit kann einerseits die Einhaltung vorgegebener Strecken bis hin zur einzelnen Adresse überwacht werden, zum anderen können Streckenverläufe optimiert und Einsätze damit effizienter und wirtschaftlicher gestaltet werden", erläutert Pincar-Vertriebsleiter Markus Jaeger. "Durch eine lückenlose Dokumentation mit genauen Zeitangaben und exakter Positionsbestimmung kann jederzeit gegenüber dem Auftraggeber nachgewiesen werden, an welchem Ort und zu welchem Zeitpunkt die Arbeiten ausgeführt wurden. Mögliche Einsatzbereiche über die Straßenreinigung hinaus sind beispielsweise Entsorgungs-, Sprüh-, Streu- oder Räumfahrzeuge." Die Dokumentation der Routen kann darüber hinaus auch bei Unfällen oder Haftungsfragen herangezogen werden.

"Die Optimierung der Einsatzplanung stellt nur einen Ausschnitt möglicher Anwendungen dar, die für den Nutz- und Sonderfahrzeugbereich geeignet sind," ist Jaeger überzeugt. "Speziell der Winterdienst stellt kommunale Fuhrparkbetrieber vor besondere Anforderungen, da die Einsätze schnell und flexibel geplant werden müssen und einen erhöhten Logistikaufwand verursachen. Mit der Pincar-Suite kann beispielsweise auch die ausgebrachte Streugutmenge erfasst und bemessen werden."

Unternehmen, Behörden + Verbände: Pincar AG, Kraftfahrtbundesamt (KBA), BASF AG
Autorenhinweis: Rainer Heinzerling



Copyright: © Deutscher Fachverlag (DFV)
Quelle: November/Dezember 2006 (November 2006)
Seiten: 2
Preis inkl. MwSt.: € 0,00
Autor: Rainer Heinzerling

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