Substitution von MTBE durch ETBE als Zusatz in Ottokraftstoffen Fakten, aktuelle Entwicklungen und Bewertung aus Sicht der Trinkwasserversorgung

Der Kraftstoffzusatz MTBE gehört zu den naturfremden Stoffen, die mittlerweile nahezu ubiquitär in der aquatischen Umwelt vorkommen. Vorfälle in den USA haben gezeigt, dass Trinkwasserressourcen durch MTBE in einem derartigen Maße verunreinigt werden können, dass sie auf Jahre hinaus unbrauchbar sind und nur mit erheblichem Aufwand wieder saniert werden können.

Auch in Europa wird MTBE seit Beginn der 90er Jahre in Oberflächengewässern und Grundwässern nachgewiesen. Die derzeitige Substitution von MTBE mit ETBE führt insbesondere in Deutschland dazu, dass bereits jetzt ein deutlicher Anstieg der Befunde und der gemessenen Konzentrationen von ETBE in den Gewässern zu verzeichnen ist. Das häufige Vorkommen der Benzinzusatzstoffe in Oberflächengewässern und in den Rohwasserressourcen von Wasserwerken macht eine Einordnung und Bewertung dieser anthropogenen Stoffe aus Sicht der Trinkwasserversorgung notwendig. Die Prüfung der Entfernbarkeit bei der Uferpassage und durch Adsorption an Aktivkohle ergibt eindeutige Hinweise auf eine Wasserwerks- und Trinkwasserrelevanz von MTBE und ETBE. Beide Ether können im Rahmen der Aufbereitung mit naturnahen Verfahren wie Belüftung und Bodenpassage nicht und mit erweiterten Verfahren wie der Ozonung nur mit erheblichem technischem und finanziellem Aufwand eliminiert werden. Messungen in betroffenen Wasserwerken zeigen deutlich, dass geringe Spuren von MTBE und ETBE, die im Rohwasser enthalten sein können, fast ungehindert die Aufbereitung passieren. Das Auftreten von MTBE oder ETBE im Trinkwasser ist daher nicht akzeptabel, ungeachtet ihrer Konzentrationen, toxikologischer Relevanz oder geschmacklicher Beeinträchtigungen.



Copyright: © Vulkan-Verlag GmbH
Quelle: GWF 07-08 / 2007 (Juli 2007)
Seiten: 13
Preis inkl. MwSt.: € 13,00
Autor: Heinz-Jürgen Brauch
Dr.-Ing. Christine Baus

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