
Aufbereitungstechnik wird für die Vorbehandlung von zahlreichen Abfallarten eingesetzt. Bei der mechanisch-biologischen Abfallbehandlung ist sie stets der erste Verfahrensschritt. Auch als Zwischenschritt bei mehrstufigen Vergärungsverfahren, zur Verbesserung der Deponiefähigkeit der gerotteten Fraktion sowie zur Konfektionierung des abgetrennten Ersatzbrennstoffs kann sie zur Erfüllung der Forderungen der Abnehmer notwendig werden.
Damit kommt der Kenntnis der Grundlagen und Technik der Aufbereitung unter besonderer Berücksichtigung der Eigenschaften des Inputmaterials sowie des Verfahrens als auch jedes Einzelaggregats sowie des Ziels der Aufbereitung – also der gewünschten Qualitätsmerkmale der Produkte – besondere Bedeutung zu. Häufig wurden – und werden auch noch heute – in der Abfallwirtschaft bei Planung und Bau von Aufbereitungsanlagen Fehler gemacht, durch die das gesamte Projekt scheitern kann.
Schon wegen des mit der Aufbereitung verbundenen Aufwands, müssen die Möglichkeiten und Grenzen der Aufbereitungstechnik schon bei der Entscheidung über die Anlagenkonzeption bekannt sein. Für Fehlentwicklungen beim Einsatz der Aufbereitungstechnik wurde in der Abfallwirtschaft viel Geld verschleudert, weil die notwendige Gedankenarbeit im Vorfeld nicht geleistet wurde. Während der letzten Jahre wurde die Aufbereitungstechnik für die Restabfallbehandlung mit großem Erfolg weiterentwickelt.
Erfahrene Firmen des Anlagenbaus können gute Lösungen anbieten. Die großtechnische Bewährung steht ab dem Jahr 2005 noch aus, weil dann der Ausweg der Deponierung unbehandelter Abfälle während geplanter und ungeplanter Stillstände nicht mehr möglich sein wird. Zum Verständnis soll zunächst die Geschichte der Aufbereitung beleuchtet werden, um daraus Forderungen an die Konzeption von Anlagen für die Aufbereitung von Restabfällen abzuleiten.
| Copyright: | © Thomé-Kozmiensky Verlag GmbH | |
| Quelle: | Ersatzbrennstoffe 4 (2004) (November 2004) | |
| Seiten: | 22 | |
| Preis inkl. MwSt.: | € 0,00 | |
| Autor: | Prof. Dr.-Ing. habil. Dr. h. c. Karl J. Thomé-Kozmiensky | |
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Als Entscheidungsgrundlage für die zukünftige Restabfallbehandlungskonzeption wurden im Auftrag der Berliner Stadtreinigungsbetriebe (BSR) verschiedene Varianten der Vorbehandlung untersucht, die in einen umfassenden Konzeptvergleich einflossen.
Eine dieser Varianten ist die Herstellung von Brennstoffen aus Abfall, die über zwei Grund-Verfahren erfolgen kann:
• mechanisch-biologische Abfallbehandlung (MBA), bei der aus der Absiebung des Roh-Abfalls eine heizwertreiche Fraktion als Siebüberlauf gewonnen werden kann;
• mechanisch-biologische Stabilisierung (MBS), bei der der Abfall zunächst biologisch getrocknet und nachfolgend zu einem heizwertreichen, sogenannten Trockenstabilat aufgearbeitet wird.
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© IWARU, FH Münster (5/2005)
In wenigen Monaten beginnt ein neues Zeitalter in der Abfallwirtschaft. Die Diskussion wird beherrscht durch die Frage - reichen die Entsorgungskapazitäten? Aber auch andere Aspekte werden an Bedeutung gewinnen. Die LAGA [1] hat ermittelt, dass in 2005 eine gesicherte Behandlungskapazität bei MVA´n und MBA´n i.H.v. 22,6 Mio. t zur Verfügung stehen. Dies würde ausreichen, um Hausmüll und hausmüllähnliche Gewerbeabfälle zur Beseitigung i.H.v. 20,4 Mio. t zumindest rein rechnerisch aufzunehmen. Berücksichtigt man hingegen auch die Abfälle aus anderen Abfallbehandlungsanlagen (Sortier- und Aufbereitungsanlagen, Kompostwerke), nicht mehr ablagerungsfähige produktionsspezifische Abfälle und das weite Feld der Ersatzbrennstoffe, können an der Entsorgungssicherheit Zweifel aufkommen.
