Urban Mining – städtebauliche Rohstoff-Potenziale

1. Definition und Potenzial des Urban Mining Der Begriff Urban Mining tauchte wahrscheinlich in den neunziger Jahren zum ersten Mal auf und bezeichnet die Möglichkeit, Siedlungen (Städte) als zukünftige Bergwerke zu verstehen. Der Begriff Städtebau bekommt somit eine zusätzliche Bedeutung, wird in diesem Zusammenhang jedoch aus guten Gründen nicht genutzt. Urban Mining bezieht sich also im Gegensatz zum klassischen Bergbau auf die anthropogenen Ressourcen. Das sind jene Ressourcen, die bereits genutzt werden bzw. wurden. Das anthropogene Lager (ohne Deponien) besteht massenmäßig im Wesentlichen aus Bauwerken und Infrastruktur. Die Masse dieses Lagers wird auf etwa 350-400 t pro Kopf geschätzt.

1. Definition und Potenzial des Urban Mining
2. Aufgabe der Abfallwirtschaft
3. Lagerforschung
4. Literatur
 
Die materielle Zusammensetzung ist nur ungefähr bekannt: sie besteht hauptsächlich aus mineralischen Materialien wie Steine, Kies, Beton und Ziegel, aus Stahl, Holz, Aluminium und Kunststoffen. Stellt man die erwähnten 350-400 t/E bspw. dem Aufkommen an Siedlungsabfällen, also Restmüll und separat gesammelten Abfällen wie Altpapier, Altmetalle, Kunststoffe etc. gegenüber (0,35-0,45 t/E•a), so erkennt man, welch großes Rohstoffpotenzial die Bauwerke darstellen und wo das urbane Bergwerk sich tatsächlich befindet. Eine Beschränkung auf Siedlungsabfälle, Ersatzbrennstoffe und dergleichen, wie es häufig im Zusammenhang mit
Urban Mining geschieht, greift hier zu kurz.



Copyright: © Thomé-Kozmiensky Verlag GmbH
Quelle: Recycling und Rohstoffe 4 (2011) (Juni 2011)
Seiten: 9
Preis inkl. MwSt.: € 0,00
Autor: Professor Dipl.-Ing. Dr. Helmut Rechberger
Dipl.-Ing. David Clement

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