Einsatz von Biokunststoffverpackungen aus Sicht der Abfallwirtschaft

Kunststoffverpackungen haben zweifelsohne dazu beigetragen, unseren Lebensstandard, sei es durch die Nutzung der Barrierewirkung und die damit einhergehende gesteigerte Haltbarkeit von Lebensmittel bzw. durch den Schutz der Konsumgüter vor physischer Beschädigung bei der Lagerung und dem Transport, zu verbessern. Egal ob auf fossiler oder nachwachsender Rohstoffbasis sind Verpackungen mittlerweile zu Hightech-Produkten avanciert. Generell waren ohne den Einsatz von Kunststoffe viele technische Errungenschaften der letzten Jahrzehnte erst gar nicht möglich gewesen.

Studien zum ökologischen Fußabdruck und Lebenszyklusanalysen haben aber auch gezeigt, dass Verpackungen ganz entscheidend die Auswirkungen unserer Lebensweise auf die Umwelt sowohl positiv als auch negativ beeinflussen können. Durch den Einsatz neuer, moderner Werkstoffe, die ganz oder teilweise auf erneuerbaren Rohstoffen basieren und am Ende ihrer Lebenszeit recyclierbar sind bzw. zum Teil unter gewissen Voraussetzungen ein biologisches Abbauverhalten zeigen, kann ein wertvoller Betrag zum effizienten Einsatz natürlicher Ressourcen geleistet werden.

Nachfolgend wird der Fokus auf Kunststoffverpackungen im Allgemeinen und auf Verpackungen auf Basis nachwachsender Ressourcen im Speziellen gelegt. Das prognostizierte Wachstum im Bereich der Biokunststoffe in den kommenden Jahren, deren breite Verwendung im Verpackungsbereich und die damit einhergehende Debatte um den sinnvollen Einsatz nachwachsender Rohstoffe (z.B. Zellulose, Stärke oder Milchsäure) werfen aus Sicht der Abfallwirtschaft auch einige Fragen auf. Was geschieht mit diesen neuartigen Werkstoffen am Ende ihres Lebenszyklus, wenn die (Verpackungs-) Materialien zu Abfall werden? Wie können diese ressourcen- und umweltschonend verwertet bzw. beseitigt werden und welche Sammel- bzw. Verwertungsinfrastruktur ist notwendig, um diese Materialien ökologisch sinnvoll zu verwerten? Interessant ist in diesem Zusammenhang auch aus heutiger Sicht das Substitutionspotential abzuschätzen.

Dieser Artikel soll Auskunft über Verpackungen auf Basis von Biopolymeren geben, die derzeitige Entwicklung in diesem Bereich beschreiben, auf das Marktgeschehen eingehen sowie eine End-of-Life Betrachtung vornehmen. Eine umfassende Detailbetrachtung im Hinblick auf das in Österreich etablierte abfallwirtschaftliche System, das bezogen auf die in Deutschland vorherrschende (technische) Infrastruktur durchaus vergleichbar ist, wurde den inhaltlichen Rahmen dieses Artikels sprengen. Aus diesem Grund weist der Autor darauf hin, dass dieser Artikel auszugsweise die Ergebnisse einer an der Montanuniversität Leoben (Österreich) verfassten Dissertation zusammenfasst.



Copyright: © Thomé-Kozmiensky Verlag GmbH
Quelle: Recycling und Rohstoffe 6 (2013) (Juni 2013)
Seiten: 31
Preis inkl. MwSt.: € 0,00
Autor: Dipl.-Ing. Dr. mont. Gernot Kreindl

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