Recycling – Säule zur Rohstoffsicherung

Das Bevölkerungswachstum und der Pro-Kopf-Verbrauch an Rohstoffen wird global gesehen in den nächsten Jahrzehnten weiter deutlich ansteigen, bevor es zu einer Abschwächung beider Faktoren kommen wird. Verschiedene Szenarien wurden in den letzten Jahren skizziert und zusammengefasst. Die meisten Prognosen legen jedoch nahe, dass es um die Mitte des Jahrhunderts zu entscheidenden Engpässen kommen könnte, wenn keine maßgeblichen Schritte in Richtung Ressourceneffizienz unternommen werden.

Mehrere Faktoren können zu einer krisenhaften Zuspitzung beitragen, die die Stabilität der weltweiten gesellschaftlichen Entwicklung gefährden und zu massiveren Verteilungskämpfen führen könnten. Insbesondere sind dies:

  • die generelle Verfügbarkeit bestimmter Ressourcen,
  • die regionale Verteilungsgerechtigkeit knapper Ressourcen,
  • die Generationengerechtigkeit im Hinblick auf die Verfügungsmasse und
  • die Umweltbelastungen, die mit einer intensivierten Ressourcenausbeutung einhergehen. Unter kritischen Ressourcen sind dabei immer gleichzeitig:
  • die nichterneuerbaren stofflichen Ressourcen (Primärrohstoffe wie Erze, Industrieminerale oder Kohlenstoffträger), 
  • die erneuerbaren Ressourcen, die nur über lange Zeiträume regenerierbar sind (wie bestimmte Holzarten) sowie
  • Wasser, Luft und Flächen (insbesondere Biotope und natürliche Regenerationssysteme)

zu betrachten. Für den Bereich der erneuerbaren Energien werden entweder Biomasse als Energieträger oder wirtschaftsstrategische Rohstoffe für den Anlagenbau (beispielsweise Selten-Erd-Elemente für Windkraftanlagen oder Indium, Gallium und andere Sondermetalle für die Photovoltaik) benötigt. Insofern ist auch dieses Segment nicht frei von den Herausforderungen der Ressourcenverknappung.



Copyright: © Thomé-Kozmiensky Verlag GmbH
Quelle: Recycling und Rohstoffe 6 (2013) (Juni 2013)
Seiten: 13
Autor: Prof. Dr. Daniel Goldmann
Dipl.-Ing. Kai Rasenack

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