Rückgewinnung von Spurenmetallen aus Elektroaltgeräten

Durch Innovationen der Informations-, Telekommunikations- und Unterhaltungstechnik nimmt der Einsatz von Metallen wie z.B. Gallium, Indium, Tantal und Seltene Erden (SEE) stetig zu. Die steigenden Inhalte dieser hochfunktionellen Metalle in Elektro- und Elektronikaltgeräten (EAG) werden in Zukunft eine wichtige Rolle als Sekundärrohstoffquelle spielen.

Trotz der Tatsache, dass die primären Ressourcen für diese Metalle begrenzt sind, ist eine Rückgewinnung aus Geräten nach der Gebrauchsphase im aktuellen Recyclingbetrieb nur ansatzweise vorhanden. Basierend auf Schätzungen der künftigen Versorgungslage und der Auswirkungen auf die Wirtschaft, erklärte die EU-Kommission eine Reihe von Metallen wie Antimon, Beryllium, Gallium, Germanium, Kobalt, Indium, Magnesium, Neodym, Tantal, Wolfram, Platingruppenmetalle (PGM) und Seltene Erden (SEE) als kritisch. Ein Rohstoff ist kritisch, wenn, im Vergleich zu anderen Rohstoffen, ein Risiko einer Verknappung besteht und sich dies negativ auf die Wirtschaft auswirkt. Der Indikator Versorgungsrisiko berücksichtigt die politische und wirtschaftliche Stabilität in Förderländern, die Höhe der Konzentration der Produktion, das Potenzial für Substitution sowie die Recyclingrate. Fehlendes Recycling ist ein wichtiges Argument bei der Einstufung von Metallen. Die Rückgewinnung von einigen dieser kritischen Metalle, die i.d.R. nur geringe Anteile des Gerätegewichts von Elektronikaltgeräten ausmachen, ist in der gegenwärtigen Praxis aufgrund fehlender Anreize aus sozio-ökonomischer und technischer Sicht begrenzt.



Copyright: © Thomé-Kozmiensky Verlag GmbH
Quelle: Recycling und Rohstoffe 6 (2013) (Juni 2013)
Seiten: 11
Autor: Prof. Dr.-Ing. Vera Susanne Rotter
Dipl.-Ing. Maximilian Ueberschaar
Dr.-Ing. Perrine Chancerel

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