Kreislauf im Verbund - Wie man in der Stahlindustrie Reststoffe in Rohstoffe verwandelt

Die ThyssenKrupp Stahl AG hat im August 2004 am Standort Duisburg-Hamborn einen Schachtofen in Betrieb genommen, der eisen- und kohlenstoffhaltige Abfälle aus der Stahlerzeugung in hochwertiges Roheisen umwandelt. Der Ofen mit einer Kapazität von bis zu 170.000 Tonnen pro Jahr ist die weltweit einzige Anlage dieser Art. Das Verfahren ist so erfolgreich, dass bereits ein zweiter Ofen beantragt und behördlich genehmigt wurde.

27.12.2005 Auch in der Stahlindustrie wurden in den zurückliegenden Jahren die Umweltanstrengungen immer weiter verfeinert. "Vor diesem Hintergrund haben wir unter anderem unsere Entstaubungsanlagen deutlich ausgebaut", erklärt Dr. Hans-Ulrich Lindenberg, zuständiges Vorstandsmitglied der ThyssenKrupp Stahl AG (TKS) in Duisburg. So fallen heute Feinstäube aus den Hochöfen und der Sinteranlage in großen Mengen an. Dazu kommen Hochofengichtstaub und Stäube aus den Oxygenstahlwerken. All diese Fraktionen mussten bisher teuer entsorgt werden, obwohl sie wertvolle Rohstoffe enthalten - sozusagen Verschwendung im doppelten Sinne. Um diese abzustellen, wurde eine ganze Reihe von Konzepten geprüft, darunter Drehrohröfen und Wirbelschichtverfahren. "Am Ende haben wir uns dafür entschieden, bekannte und damit sichere Technologien zu verknüpfen", so Lindenberg. Das Ergebnis ist ein weltweit einmaliger Schachtofen, der nicht nur mit den verschiedenen Stäuben, sondern mit weiteren Reststoffen aus der Stahlerzeugung "gefüttert" wird. Dazu zählen Gichtschlämme aus der Wäsche der Hochofengase, Walzzunderschlamm aus den Warmbandwerken sowie Schlämme aus den Kaltwalzwerken und Beschichtungsanlagen von TKS. Außerdem verarbeitet der Schachtofen eisenhaltige Schlackereste...

Unternehmen, Behörden + Verbände: ThyssenKrup Stahl AG
Autorenhinweis: Klaus Jopp



Copyright: © Deutscher Fachverlag (DFV)
Quelle: November/Dezember 2005 (November 2005)
Seiten: 2
Preis inkl. MwSt.: € 0,00
Autor: Klaus Jopp

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