Formaldehydproblematik in BHKW`s von Biogasanlagen

Der stetig wachsende Energiebedarf der heutigen Industriegesellschaft stellt eine echte wirtschaftliche und technologische Herausforderung dar. Angesichts immer strenger werdender Umweltauflagen ist die Entwicklung und Bereitstellung effizienter, schadstoffarmer und klimafreundlicher Verbrennungsmotoren, die zunehmend auch mit regenerativen Energieträgern unterschiedlicher Zusammensetzung und Energiedichte betrieben werden, für die Forschung, Entwicklungsdienstleister und Industrie eine große Aufgabe.

Die in einem mit Biogas betriebenen Verbrennungsmotor entstehenden Schadstoffemissionen insbesondere NOX, CO, SO2, Partikel, Formaldehyd und Methanschlupf sind abhängig von der Gaszusammensetzung (Gasinhaltsstoffen und Zündölanteil), der gewählten Motorart (z. B. Gasottomotor, Zündstrahldieselmotor), der Abstimmung der Motoren auf zum Teil stark wechselnde Gasqualitäten und vom Wartungszustand der Motoren. Ohne Anpassung des Verbrennungsmotors an die besonderen Bedürfnisse der Biogasverbrennung können die Grenzwerte nach der TA-Luft oft nicht eingehalten werden. Ein besonderes Problem ist die Einhaltung der Grenzwerte für Formaldehyd.Die Verbrennung des Luft-Kraftstoffgemisches im Verbrennungsmotor verläuft immer zu einem gewissen Grade unvollständig, so dass – vor allem im Abgas von Magergasmotoren – Formaldehyd zu finden ist. Insbesondere bei der Verbrennung von Methan als Energieträger in Bio-, Klär- und Deponiegas entsteht Formaldehyd als Zwischenprodukt. Da diese Gase auch katalysatorgifthaltig sind, ist die Einhaltung der gesetzlichen Emissionsgrenzwerte mit Abgasnachbehandlung nur bedingt möglich. Daher ist eine nachhaltige Einhaltung des Formaldehydgrenzwertes von 60mg Formaldehyd pro Nm3 bei Biogas-BHKW-Anlagen eine echte technologische Herausforderung.



Copyright: © Institut für Abfall- und Kreislaufwirtschaft - TU Dresden
Quelle: 7. Biogastagung: Aktuelle Tendenzen, Co-Vergärung und Wirtschaftlichkeit (Juni 2010)
Seiten: 18
Preis inkl. MwSt.: € 0,00
Autor: Prof. Dr.-Ing. Gennadi Zikoridse
Dipl.-Ing. Torsten Neumann

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