Tatort Produkte – Fundstelle Abfall Welche Erfassungssysteme unterstützen mehr Ressourcenschonung?

Getrenntsammlung ist in. Zumindest in Deutschland. Hier besteht eine lange und europaweit einmalige Entwicklung der Getrenntsammlung. Die in Deutschland vorhandenen bzw. initiierten Rahmenbedingungen unterstützen, Erlöse für getrennt gesammelte Abfälle zu erzielen und so Kosten für die Abfallbeseitigung zu sparen, Entsorgungsproblemen vorzubeugen und die Abfallmengen durch Verwertung zu reduzieren.

Heute motivieren weltweit steigende Rohstoff- und Energiebedarfe zu mehr Getrenntsammlung. Aber reicht diese Motivation aus? In der Presse liest man vom „Kampf um Rohstoffe“ und von „urban mining“. Dabei ist bisher davon auszugehen, dass Getrennthaltung in der Regel die Möglichkeit für eine hochwertige und schadlose Verwertung verbessert. Den Ausführungen über Ressourcenschonung wird eine vom Umweltbundesamt verwendete Definition von Ressourcen zugrunde gelegt: „Natürliche Ressourcen … alle Bestandteile der Natur, die für den Menschen einen Nutzen stiften, sei es direkt durch ihren konsumtiven Ge- oder Verbrauch oder indirekt als Einsatzstoffe bei der Produktion von Sachgütern und Dienstleistungen …“1. Andere definieren Ressourcen eingegrenzt, so die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR). Die BGR bezeichnet als „Gesamtpotential: Die Summe aus Reserven und Ressourcen, also das verbleibende Potential, das für den zukünftigen Verbrauch zur Verfügung steht, wobei (bestätigte) Reserven als Teil des Gesamtpotentials, der mit großer Genauigkeit erfasst wurde und mit den derzeitigen technischen Möglichkeiten wirtschaftlich gewonnen werden kann und Ressourcen der Teil des Gesamtpotentials, der entweder nachgewiesen, aber derzeit nicht wirtschaftlich gewinnbar ist, oder geologisch noch nicht genau erfasst ist.“2 Der Titel „Tatort Produkte“ soll darauf hinweisen, dass in Deutschland als Wohlstandsgesellschaft dem Verbrauch an Ressourcen durch Kauf von Produkten kaum Grenzen gesetzt sind, die Kehrseite ist die „Fundstelle Abfall“. Veränderungen zu mehr Ressourcenschonung erfordern, den Tatort und die Fundstelle als Handlungsfeld zu begreifen und die vorliegenden Erkenntnisse (endlich) in die Tat umzusetzen.



Copyright: © TU Dresden - Institut für Abfall- und Kreislaufwirtschaft
Quelle: 20 Jahre Abfallwirtschaft, Herstellerverantwortung, Produktpolitik (September 2011)
Seiten: 8
Autor: Dipl- Ing. Christiane Schnepel

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