Anreize für Ökodesign durch Produktverantwortung bei Kraftfahrzeugen

„Macht grüne Autos noch faszinierender – und faszinierende noch grüner!“ formulierte Dr. Zetsche anlässlich des Festaktes 125! Jahre Automobil Anfang des Jahres den aktuellen Auftrag von Carl Benz und Gottlieb Daimler. Ein Auftrag, den die Daimler AG nicht erst zum 125 jährigen Jubiläum angenommen hat.

Seit Jahren sind die Reduzierung des Flottenverbrauchs, des 3-Liter-Autos sowie der alternativen Antriebskonzepte in der öffentlichen, politischen und technischen Diskussion. Häufig wird dabei vergessen, dass verbrauchsreduzierende Leichtbaumaßnahmen meist mit gestiegenem Energie- und Ressourcenverbrauch in der Herstellungsphase erkauft werden müssen und dass die stoffliche Verwertung am Lebensende eines Fahrzeugs häufig erschwert wird. Wir treiben daher in unserem Unternehmen die Evolution des Umweltschutzes im Rahmen der Produktentwicklung und der Produktverantwortung gemäß den technischen Erkenntnissen und Möglichkeiten voran: Von einem demontagegerechten Design Anfang der 1990er Jahre kommend – Schwerpunkt damals die Zugänglichkeit von Bauteilen, die Lösbarkeit von Verbindungen, die Kennzeichnung von Bauteilen – sind wir heute beim ganzheitlichen Ansatz der „umweltgerechten Produktentwicklung“, dem Design for Environment (DfE), welches den gesamten Lebenszyklus des Fahrzeugs berücksichtigt. Denn um die Umweltverträglichkeit eines Automobils zu optimieren genügt es nicht alleine den Kraftstoffverbrauch zu senken. Ebenso wenig werden die Umweltlasten eines Fahrzeugs alleine durch eine recyclinggerechte Konstruktion minimiert. Erst die Betrachtung des gesamten Lebenszyklus “von der Wiege bis zur Bahre” und die Erfassung und Bewertung aller Stoffströme und Emissionen ermöglicht eine nachhaltige Reduzierung der Umweltbelastung. Im vorliegenden Beitrag werden die Anreize zum Ökodesign anhand der Spannungsfelder zwischen Marktbedarf und Umweltanforderungen bei Produkten sowie zwischen verschiedenen umweltrelevanten Zielsetzungen und den gesetzlich vorgegebenen Verwertungsquoten erläutert.



Copyright: © TU Dresden - Institut für Abfall- und Kreislaufwirtschaft
Quelle: 20 Jahre Abfallwirtschaft, Herstellerverantwortung, Produktpolitik (September 2011)
Seiten: 10
Autor: Dipl.-Agr.-Biol. Anita Engler
Dr. Klaus Ruhland
Dr.-Ing. B. Stark

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