Untersuchungen zum Abbauverhalten von Biopolymeren in der Hydrolysestufe

Biologisch abbaubare Kunststoffe sowie deren Erzeugnisse sind bis zum 31.12.2012 durch §16 der Verpackungsverordnung von der flächendeckenden Rücknahme befreit, sofern sie einer unabhängigen Zertifizierung unterzogen werden. Bis dahin ist ein geeignetes Sammel- und Verwertungssystem einzurichten. Die Zertifizierung beinhaltet aktuell nur den Nachweis des vollständigen Abbaus in einer Kompostierungsanlage innerhalb von 6 bis 12 Wochen , nicht aber den Nachweis der Vergärbarkeit. Aktuelle Entwicklungen in der Verwertung biogener Abfälle verdeutlichen, dass Bioabfälle zukünftig vermehrt in Vergärungsanlagen oder in Kompostierungsanlagen mit vorgeschalteter Vergärungsstufe verwertet werden.

In einigen Entsorgungsregionen in Deutschland werden dazu bereits vom öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger Bioabfallsäcke aus biologisch abbaubaren Kunststoffen angeboten bzw. zur Nutzung empfohlen, allerdings fast ausschließlich in Entsorgungsregionen mit aerober Bioabfallverwertung. Aktuell gibt es kein Verfahren, in dem biologisch abbaubare Kunststoffe störungsfrei und effektiv anaerob verwertet werden können. Es kann bei deren Mitverwertung in Vergärungsanlagen vor allem zu Störungen an Pump- und Rühraggregaten kommen, insbesondere durch sich umwickelnde Tüten und Folien. Ziel der aktuellen Untersuchungen am Institut für Abfallwirtschaft und Altlasten der TU Dresden ist es daher, Optimierungsmöglichkeiten zu finden, anhand derer man biologisch abbaubaren Kunststoffe auch anaerob effektiv mitverwerten kann. Erste Untersuchungen zur anaerobe Verwertung haben gezeigt, dass diese nur unter bestimmten Bedingungen möglich und ein Abbau nur in geringem Maße festzustellen ist. Eine dieser Optimierungsmöglichkeit stellt hierbei die Untersuchung verschiedener Aufschlussmöglichkeiten in der Hydrolyse als Vorstufe zur Vergärung dar. Bereits in [3] wird unter anderem darauf hingewiesen, dass durch „einen verbesserten Aufschluss der Substrate, z.B. durch Intensivierung der Hydrolyse, bei schwer hydrolysierbaren Materialien die biologische Verfügbarkeit erhöht und damit der Gesamtprozess beschleunigt werden“ kann.



Copyright: © Institut für Abfall- und Kreislaufwirtschaft - TU Dresden
Quelle: 8. Biogastagung: Biogas aus festen Abfällen und Reststoffen (September 2011)
Seiten: 8
Preis: € 4,00
Autor: Dipl.-Ing. Veit Grundmann
Dipl.-Ing. Claus-Robert Wonschik
Markus Focke

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