Stabilisierung der Biogasproduktion aus Reststoffen der milchverarbeitenden Industrie durch unterschiedliche Vorbehandlungsverfahren

Im Jahr 2006 wurden ca. 93 % der im Bundesland Sachsen anfallenden Klärschlämme entsorgt, wobei ca. 10 % thermisch verwertet wurden. Der größte Teil der Klärschlämme wurde in landschaftsbaulichen Maßnahmen wie z.B. der Kompostierung und der Rekultivierung, eingesetzt (ca. 90 %). Lediglich 5 % der Schlämme wurden landwirtschaftlich verwertet (Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen, 2008). Die Verwertung der Klärschlämme in der Landwirtschaft ist durch die Restriktion zur maximal zulässigen Aufbringungsmenge je Fläche begrenzt (Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen, 2008; AbfKlärV, 1992).

Des Weiteren dürfen ab Beginn des Jahres 2014 Klärschlämme, die mit synthetischen Konditionierungsmitteln behandelt wurden nur dann aufgebracht und stofflich verwertet werden, wenn sie in ihrer Zusammensetzung und in ihren Endprodukten vollständig abbaubar sind (DüMV, 2008). Durch das damit verbundene Wegfallen einzelner Entsorgungs- bzw. Verwertungsmöglichkeiten von Klärschlämmen, ist für die verbleibenden Behandlungswege mit enormen Preissteigerungen zu rechnen. Im Rahmen des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes gilt es Abfälle in erster Linie zu vermeiden, u.a. aus wirtschaftlichen Gründen im Interesse des Staates und des Anlagenbetreibers. Die anaerobe Schlammstabilisierung bewirkt eine Reduzierung der organischen Substanz zu Biogas. Die damit verbundene Volumenreduktion der zu entsorgenden Schlammmengen führt zu einer Reduzierung der Kosten für die Schlammentsorgung. Schwer abbaubare Bestandteile im Klärschlamm begrenzen jedoch den Abbau (Winter, 2003). Wird eine Desintegrationseinheit vor der Faulung installiert, kann ein schnellerer und weiterführender Abbau der organischen Substanz herbeigeführt werden. Das Einwirken äußerer Kräfte auf den Schlamm bewirkt, dass die kompakte Flockenstruktur des Schlamms aufgebrochen und teilweise Zellen zerstört werden. Es kommt zur Freisetzung intrazellulärer gelöster Substanzen, welche den anaeroben Mikroorganismen auf diese Weise schneller zur Umsetzung zur Verfügung stehen. Durch die Zerkleinerung der Partikel und das Zerstören der Zellen unterstützt die Desintegration die biologische Hydrolyse als geschwindigkeitslimitierenden Schritt des anaeroben Abbaus (ATV, 2000). Durch die Verminderung der im Faulschlamm enthaltenen Feststoffe und einer möglichen verbesserten Entwässerbarkeit des Schlamms nach der Behandlung kann die Desintegration helfen, die anfallenden Faulschlammmengen zu reduzieren. .



Copyright: © Institut für Abfall- und Kreislaufwirtschaft - TU Dresden
Quelle: 8. Biogastagung: Biogas aus festen Abfällen und Reststoffen (September 2011)
Seiten: 20
Preis: € 10,00
Autor: Prof. Dr.-Ing. Christina Dornack
Dr. rer. nat. Christiane Münch
Paul Gutsche

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