Proteinmessungen in belebtem Schlamm

Als der Chemiker Jöns J. Berzelius 1836 den Begriff „proteios“ für Proteine einsetzte, ahnte er bereits die Wichtigkeit dieser Stoffgruppe. Das Wort proteios stammt aus dem Griechischen und bedeutet „erstrangig“. Proteine ermöglichen und steuern fast alle Reaktionen in biologischen Systemen, übernehmen Transport-, Speicher-, und Strukturfunktionen und stellen das Rückgrat der Immunabwehr höherer Lebewesen dar.

Da Biomasse hauptsächlich organischer Natur ist, wird sie als organische Trockensubstanz oder als partikulärer CSB bestimmt. Die organische Trockenmasse, die relativ einfach zu messen ist, ist der meist verwendete Parameter um das Wachstum der Biomasse in der biologischen Abwasserreinigung zu beschreiben. Die organische Trockensubstanz enthält allerdings nicht nur aktive Biomasse, sondern auch andere partikuläre organische Stoffe. Der Proteingehalt, die DNA und das ATP sind andere geeignete Parameter, um die Aktivität der mikrobiellen Biomasse zu messen. Von den genannten Parametern ist der Proteingehalt sicher der gängigste. Die eigentliche Umsatzleistung findet immer am lebenden Material statt, welches z. B. durch die Anzahl der Bakterien oder den Proteingehalt sehr gut repräsentiert werden kann. Vereinfachend kann man sagen, dass mit der Abnahme des Proteins in einem Schlamm auch dessen biologische Aktivität abnimmt. Die Messung des Proteins ist relativ einfach, das Ergebnis ist nach einer Stunde verfügbar. Der Nachteil liegt in der Querempfindlichkeit mit Huminsäuren. Die vorliegende Untersuchung zeigt, dass der Parameter im Prinzip mindestens genauso gut geeignet ist, wie die Trockenmasse.



Copyright: © Vulkan-Verlag GmbH
Quelle: GWF 11/2008 (November 2008)
Seiten: 7
Autor: PD Dr. rer. nat. Dr.-Ing. habil. Martin Denecke
Dipl.-Ing. Thorsten Schoch
Dr.-Ing. Ergün Yücesoy

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