Mobilisierung, Aufbereitung und Verwertung holziger Biomassen in der ländlichen Region am Beispiel des Werra-Meißner-Kreises

Der Werra-Meißner-Kreis weist eine Gesamtfläche von 1.025 km2 auf. Das Gebiet ist als abwechslungsreiche Mittelgebirgslandschaft zu beschreiben, die zu rund drei Viertel aus Landschafts- oder Naturschutzgebieten besteht.
Das Abfallaufkommen sowie die Abfallsammlung werden auch von der ländlichen Siedlungsstruktur des Werra-Meißner-Kreises geprägt. Viele kleine Städte und Gemeinden mit ihren vielen Ortsteilen verursachen aufwändige Sammeltouren. Die im Kreis üblichen großen Hausgärten bedingen ein hohes Bioabfallaufkommen.

Der Werra-Meißner-Kreis verfügt als ländlich geprägte Region über ein hohes Biomassepotenzial, das schon intensiv genutzt wird. Insbesondere die leicht verfügbaren biogenen Rohstoffströme konnten bereits in umfangreichem Maße mobilisiert werden. Die Erfolge des Projekts „BioRegio Holz Meißner-Kaufunger Wald“ führten zu einem verstärkten Einsatz von Holzhackschnitzeln aus Waldhölzern in Schulen und privaten Liegenschaften und erweitern damit die traditionelle Brennholzwerbung. Weitgehend ungenutzt sind dagegen uneinheitliche Energieholzsortimente, wie z. B. Landschaftspflegeholz, Straßenbegleitholz und holziger Grünabfall oder Waldrestholzanteile, die im unwegsamen Gelände anfallen.
Das Modellprojekt „Mobilisierung, Aufbereitung und Verwertung holziger Biomassen im ländlichen Raum“ soll weitere Stoffströme mobilisieren, die bisher im Wesentlichen ungenutzt waren und nicht in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion stehen.
Ein Schwerpunkt des Vorhabens liegt auf den Synergieeffekten, die durch die gemeinsame Verwertung von Stoffströmen in einer koordinierten Vorgehensweise zu erzielen sind. Prinzipiell sind die einzelnen Stoffströme und ihre technischen Nutzungsmöglichkeiten zwar bekannt, ihre Mobilisierung scheitert teilweise aber an ungenügenden Mengenszenarien, technischen Schwierigkeiten, der Ökonomie oder der saisonalen Verfügbarkeit. Diese Hinderungsgründe sollen näher untersucht werden, um Wege zu ihrer Lösung auszuarbeiten.
Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Sicherstellung einer gleichbleibenden Brennstoffqualität und -menge, die durch die gemeinsame Aufbereitung der Rohstoffe erreicht werden kann. Bei der Umsetzung des Modellvorhabens kann der Werra- Meißner-Kreis auf den Erfahrungen aus dem Projekt „BioRegio Holz“ aufbauen und die bestehenden Netzwerke der Akteure fortführen. Die Region „BioRegio Holz“ wird damit auf eine umfassendere „Biomasseregion“ ausgeweitet und auch aufgewertet.



Copyright: © HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst - Fakultät Ressourcenmanagement
Quelle: 74. Symposium 2013 (Oktober 2013)
Seiten: 12
Autor: Prof. Dr. Rainer Wallmann

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