Schmelzkammertechnologie als innovative thermische Allbehandlung

Müllverbrennungsanlagen stellen in der heutigen Zeit eine weit verbreitete Methode zur thermischen Behandlung von Abfall dar. Diese technisch sehr aufwändigen Anlagen dienen in erster Linie zur Volumenreduzierung. Sie müssen aber auch gleichzeitig durch unterschiedliche Reinigungsverfahren für eine umweltfreundliche Entsorgung der bei der Verbrennung entstehenden Schad- und Reststoffe sorgen.

In einer Müllverbrennungsanlage wird das Volumen des Abfalls beim Hausmüll um ca. 80 bis 90 % reduziert, das Material wird inertisiert und Schadstoffe (Schwermetalle, Halogene etc.) werden getrennt. Der Heizwert des Mülls wird zur Energieerzeugung genutzt. Die wichtigsten Methoden, die zur thermischen Abfallbehandlung herangezogen werden, sind Rostfeuerung, Wirbelschichtfeuerung und Drehrohröfen. Obwohl moderne Abfallwirtschaftskonzepte auf Vermeiden, Vermindern und Verwerten von Abfällen basieren, verbleiben bei der Abfallbehandlung immer Reststoffe, die zu entsorgen sind. Die thermische Abfallbehandlung stellt nach heutigem Stand hinsichtlich der bei der Verbrennung entstehenden Reststoffe eine Umweltbeeinträchtigung dar. Besonders die bei der Verbrennung entstehende Schlacke sollte in eine ökologisch unbedenkliche Form überführt werden. Dabei sollte auch die Verwertbarkeit der Schlacke in den Vordergrund gestellt werden. Eine Möglichkeit zur Erhöhung der Qualität der Schlacke bietet unter anderem der flüssige Schlackeabzug, welcher in Hochtemperaturverbrennungsanlagen verwirklicht wird. Bei der Hochtemperaturverbrennung, die zum Schmelzen der Schlacke führt, wird bei einer Temperatur von ca. 1400 bis 1600°C sichergestellt, dass organische Schadstoffe, wie z.B. Dioxine, Furane, PCB und PAK, zerstört werden. Ein Teil der Schwermetalle wird verflüchtigt, sodass als Endprodukt eine problemlos zu deponierende oder als Baustoff zu verwertende Schlacke entsteht. Als Hauptziele dieser Art von Schlackeerzeugung können die Annäherung der Qualität an natürliche Gesteine, die Herstellung eines vermarktbaren Produktes und die Verringerung des Restlaugverhaltens der Schlacke genannt werden. Für die Behandlung der bei der Verbrennung entstehenden Reststoffe kann das Schmelzen der Schlacke auch separat erfolgen.



Copyright: © HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst - Fakultät Ressourcenmanagement
Quelle: 67. Informationsgespräch (September 2006)
Seiten: 8
Autor: Prof. Dr.-Ing. Norbert Dichtl
Timur Esemen

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