
Eine sichere Wasserversorgung wird in Deutschland weitgehend als selbstverständlich angenommen. Grundlage ist die zuverlässige Trennung und Behandlung von Trink- und Abwasser, die auf den Erkenntnissen jahrzehntelanger Wasserforschung fußt. Beispielhaft zu nennen sind hier das Multi-Barrieren-Konzept der Trinkwasserversorgung, die Arbeiten zur Nährstoff -Elimination und zur Erzeugung stabilen, ungechlorten Trinkwassers, die Vermeidung von Desinfektionsmittel- Nebenprodukten, der Einzug der Membranverfahren und die Erfüllung der Anforderungen des Minimierungsgebots der Trinkwasserverordnung.
Die jahrzehntelange Tradition der Wasserforschung in Deutschland hat dazu beigetragen, eine weltweit anerkannte hohe Versorgungssicherheit mit Trinkwasser zu gewährleisten. Deutsche Wassertechnologie ist weltweit gefragt. Wichtige Erfolgsbeispiele der Wasserforschung in den zurückliegenden Jahrzehnten waren die Entwicklungen in der Membrantechnik, die Analytik und der Umgang mit organischen Spurenstoffen, die Verbesserung der hygienischen Sicherheit und der mikrobiologischen Analytik. Auch Organisations- und Managementthemen wie die Entwicklung von Kennzahlensystemen zur Effi zienz- und Leistungsverbesserung sind wichtige Meilensteine. Hier darf man aber nicht stehen bleiben – Wasserforschung ist unverzichtbar für die Sicherstellung und auch für die Bezahlbarkeit der zukünftigen Wasserbehandlung und -versorgung, vor allem angesichts weltweiter klimatischer und demografischer Veränderungen. Die Strukturen der deutschen Wasserforschung sind international wettbewerbsfähig zu entwickeln.
| Copyright: | © Vulkan-Verlag GmbH | |
| Quelle: | Jubiläumsausgabe (September 2009) | |
| Seiten: | 9 | |
| Autor: | Dr.-Ing. Wolf Merkel Prof. Dr. rer.nat. Hans-Curt Flemming Professor Dr.-Ing. Rolf Gimbel Prof. Dr. rer. nat. Torsten C. Schmidt | |
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Die schwerwiegenden Folgen von Krieg und Umweltzerstörung für die öffentliche Trinkwasserversorgung der Stadt Pokrovsk in der Ukraine
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (11/2025)
Im Osten der Ukraine, vor allem in der von Krieg geprägten Region rund um die Stadt Pokrovsk, ist die Situation der öffentlichen Trinkwasserversorgung kritisch. Die bereits langanhaltenden militärischen Auseinandersetzungen verbunden mit industriellen Altlasten und mangelnder Wasserinfrastruktur verschärfen die Lage erheblich. Dieser Beitrag macht auf die Trinkwassersituation in der Region Pokrovsk, die als kennzeichnendes Beispiel für die Wasserproblematik in den ukrainischen Kriegsgebieten dienen soll, aufmerksam.
Talsperren im Wandel der Zeit
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (10/2025)
Die ältesten Talsperren der Neuzeit, gebaut als Bruchsteinmauern nach Vorstellungen von Otto Intze, sind heute über 100 Jahre alt. Für die wasserwirtschaftlichen Aufgaben gibt es Verschiebungen der Prioritäten in den einzelnen Nutzungen. Die Kommunikation und Darstellung der Wirksamkeit von Talsperren für die gesellschaftliche Akzeptanz ist bis heute ein Problem, so dass eine einfache Kennzahl aus dem Verhältnis von Stauvolumen zum Gesamteinzugsgebiet vorgeschlagen wird, um den Nutzen, aber auch die Grenzen der Wirkung von Talsperren deutlich zu machen.
Zur Gesundheitsgefährdung teergetauchter Graugussleitungen
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (10/2023)
Es ist seit der Jahrhundertwende bekannt, dass ältere Wasserleitungen mit Teer ausgekleidet wurden, um Rost zu verhindern. Diese Leitungen sind auch als tauchgeteerte Rohre bekannt. Das gleiche gilt auch für die Außenoberflächen mancher Leitungen. Teer enthält polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK; Bild 1), die als krebserregend gelten [1]. Im Englischen werden PAK als polycyclic aromatic hydrocarbons (PAH) bezeichnet.
Evaluierung von Transfersystemen zur Wasserversorgung von Jordanien und Palästina
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Um den zukünftigen Wasserbedarf in Jordanien und Palästina zu decken, müssen neben den Meerwasserentsalzungsanlagen Mega-Wassertransfersysteme gebaut werden, um das Frischwasser zu den Bedarfszentren zu fördern. Diese Studie befasst sich mit der Entwicklung und Dimensionierung von nationalen und regionalen Transferrouten unter Berücksichtigung der bestehenden planungsrelevanten Wassersysteme und Infrastruktur, um prognostizierte Wasserdefizite in 2035 und 2050 auszugleichen.
Modellbasierte prädiktive Regelung des Sees Genezareth zur verbesserten Wasserversorgung des Unteren Jordantals
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (8/2022)
Der See Genezareth ist von großer Bedeutung für die israelische und jordanische Wasserversorgung. Dies gilt auch für das Untere Jordantal, da hier ein großer Anteil der landwirtschaftlichen Produktionsflächen Jordaniens liegt. Die Wasserressourcen in der Region sind jedoch knapp, weshalb die effektive Nutzung des vorhandenen Süßwassers von besonderer Relevanz ist. Diese Studie befasst sich daher mit der Frage, ob und wie die Wasserabgabe des Sees ins Jordantal durch ein Entscheidungsunterstützungssystem zur länderübergreifenden, multikriteriellen Optimierung weiter verbessert werden kann.
