Liebe Leserin, lieber Leser,

heute kommt das MüllMagazin im neuen Gewand. Einige Leser werden die seit 1988 wechselnden, phantasievollen Covers vermissen. Verlag und Reaktion sind der Meinung, das Erscheinungsbild sollte etwas aufgefrischt und gleichzeitig informativer gestaltet werden. Wir glauben, dies ist gelungen. Wie Sie sicher bemerkt haben, haben wir auch einen neuen Redaktionsbeirat. Wir bedanken uns bei den langjährigen, engagierten Beiratsmitgliedern, die das MüllMagazin über viele Jahre begleitet haben. Die Liste der Mitglieder des bisherigen Wissenschaftlichen Beirats ist zu lang, um sie hier alle namentlich aufzuführen. Stellvertretend nennen wir Dr. Barbara Zeschmar-Lahl, die sich durch überdurchschnittliches Engagement von Anbeginn an um unsere Zeitschrift verdient gemacht hat. Wir sind der Meinung, dass der Redaktionsbeirat etwa alle zwei Jahre wechseln sollte, weil die Arbeitsbelastung recht hoch ist. Auch sollten von wechselnden Mitgliedern neue Aspekte in die Redaktionsarbeit einfließen.

Hier einige Highlights dieses Heftes:
Andreas Jaron vom BMU beschreibt die in der Abfallrahmenrichtlinie formulierten Herausforderungen der Abfallvermeidungsprogramme für die EU-Mitgliedstaaten.

Regelmäßig berichten wir über die abfallwirtschaftliche Entwicklung in unterschiedlichen Ländern. Hier der Bericht von Tadeusz Pająk über die polnische Abfallwirtschaft. Geplant sind zwölf Abfallverbrennungsanlagen. Der Streit um das richtige Verfahren ist in einigen Regionen nicht unerheblich.

Die Abfallverbrenner bemühen sich, auch das stoffliche Verwertungspotential zu vergrößern. Ein Weg kann die Trockenentschlackung sein, wie sie von der Martin GmbH für Umwelt- und Energietechnik in zwei schweizerischen Anlagen erprobt wird.

Ausgediente Mobiltelefone enthalten relevante Mengen an Gold. Bei der Rückgewinnung des Edelmetalls decken Perrine Chancerel und Vera Susanne Rotter jedoch mit dem Instrument der Stoffflussanalyse erhebliche Systemschwächen auf.

Die Bemühungen um die Abfallvermeidung und die stoffliche Verwertung in der Industrie sind in informierten Kreisen anerkannt, jedoch werden sie von der Öffentlichkeit selten zur Kenntnis genommen. Die Beiträge über Verwertungssysteme für Photovoltaik-Module, Abfallvermeidungs- und Recyclingstrategien in der Autoindustrie sowie das Recycling von Gipskartonplatten aus gemischten Bauabfällen zeigen nicht nur theoretische Ansätze. Die hier vorgestellten Projekte sind wegen ihrer ökologischen und ökonomischen Vorteile praxisrelevant.

Die Herausforderungen der Industrie fördern auch die Entwicklung und Verbesserungen von Aufbereitungsaggregaten, wie hier an den Beispielen der Elektroscheidung und der Kaskadenscheider beschrieben wird.

Die Zunahme von Anlagen zur Vergärung vielfältiger Substrate ist offensichtlich. Die prognostizierten Wachstumsraten geben Anlass zum Optimismus, wie eine neue Studie eindrucksvoll zeigt.

Die Abgasbehandlung nach der Abfallverbrennung ist ein stets aktuelles Thema. Hier wird über ökologisch und wirtschaftlich sinnvolle Umrüstungen berichtet.

Wir hoffen, dass wir Ihnen wieder ein vielfältiges und lesenswertes Heft vorlegen und wünschen uns von Ihnen zahlreiche Kommentare.

Es grüßt Sie

Ihr Karl J. Thomé-Kozmiensky



Copyright: © Rhombos Verlag
Quelle: Recycling (Februar 2009)
Seiten: 1
Preis inkl. MwSt.: € 0,00
Autor:

Artikel weiterleiten Artikel kostenfrei anzeigen Artikel kommentieren


Diese Fachartikel könnten Sie auch interessieren:

InnoBLA III: Auswirkungen der thermischen Bodenbehandlung auf die Mobilität von Schwermetallen und die Korrosion von Heizlanzen
© Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben (11/2022)
Die Auswirkungen der thermisch unterstützten Bodenluftabsaugung mit festen Wärmequellen (thermal conduction heating, TCH) auf die Mobilität von Metallen sind noch wenig erforscht. Eine Forschergruppe zeigte einen Anstieg der Mobilität von Fe und Al (Roh, et al., 2000), eine andere erklärte eine erhöhte Ökotoxizität durch eine Änderung der Speziation von Schwermetallen (Bonnard, Devin, Leyval, Morel, & Vasseur, 2010), eine weitere beobachtete einerseits eine schwächere Sorption durch Zerstörung der organischen Substanz, aber auch eine Umverteilung von Fe und Zn in schwerer lösliche Fraktionen (Biache, Mansuy-Huault, Faure, Munier-Lamy, & Leyval, 2008). Die wenigen existierenden Studien zu diesem Thema basieren auf dem rein empirischen Prinzip der sequentiellen Extraktion, welche weder die realen Mechanismen, welche die Mobilität kontrollieren, berücksichtigt, noch die reale Speziation der Schwermetalle untersucht.

Zn Entfernung aus metallurgischen Stäuben mit schwefeloxidierenden Bakterien
© Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben (11/2022)
Zinkhaltige Stahlwerksstäube, wie sie bei der Eisen- und Stahlproduktion über die Route Hochofen- Konverter anfallen, können als bedeutende Sekundärrohstoffe angesehen werden. Gegenwärtig zählen zwei Verfahren zum Stand der Technik bezüglich der Abtrennung und Gewinnung von Zink aus Stahlwerksstäuben, nämlich pyrometallurgische und hydrometallurgische Verfahren. Einige Prozessrouten erzeugen jedoch wiederum nicht verwertbare Sekundärabfälle und können teilweise nur unter hohen Energieaufwand betrieben werden und sind daher ökologisch gesehen nicht als nachhaltig einzustufen.

Vergleich von verschiedenen Metallrückgewinnungstechnologien für MVA-Schlacken in der Schweiz
© Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben (11/2022)
Im Rahmen des Projekts "MetExSlag" wurden vier verschiedene Metallrückgewinnungsanlagen untersucht, um die Metallrückgewinnungsraten, die Metallqualität (bestimmt durch Schmelzausbeuten) und die Restschlackenqualität über Massenbilanzen der Outputströme zu ermitteln. Von jeder Metallrückgewinnungsanlage wurden ca. 100 Tonnen NE-Metalle gesammelt (Qualität Q1) und in einem zweiten Schritt wurden diese Chargen auf einer mechanischen Veredelungsanlage prozessiert (Qualität Q2) und die Ausbeuten bestimmt.

SELFRAG-Technologie - der Schlüssel für die nächste Generation von Aufbereitungsanlagen für MVA-Schlacke
© Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben (11/2022)
Gegenwärtig realisiert die SELFRAG AG den Aufbau einer neuen Generation von Aufbereitungsanlagen für MVA-Schlacke, deren innovativer Ansatz die selektive Fragmentierung mit trocken- und nassmechanischen Aufbereitungstechnologien aus Bergbau und Recycling kombiniert. Nebst der Rückgewinnung von Metallkonzentraten mit hoher Qualität, ermöglicht die Anlage das Recycling von mineralischen Fraktionen. Dadurch wird die Recyclingquote auf 50-60 Gew.-% des Schlackeninputs gesteigert, und der knappe Deponieraum in der Schweiz massiv entlastet. Die neuartigen Fraktionen können in der Schweiz gesetzeskonform als Sekundärrohstoffe in der Zementklinkerproduktion verwertet werden. Zukünftig ist auch ein Einsatz als sekundäre Gesteinskörnung im Beton oder Straßenbau denkbar.

Flotative Kupferrückgewinnung aus Rostaschen der thermischen Abfallverwertung
© Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben (11/2022)
Beim aktuellen Stand der Technik wird aus den Feinfraktionen der Rostaschen aus der Abfallverbrennung Kupfer nur unzureichend zurückgewonnen. Die Kupferanreicherung in den Feinfraktionen wird dadurch erschwert, dass ein signifikanter Teil nicht in metallischer Form, sondern als Oxide oder andere mineralischen Verbindungen vorliegt. Ein möglicher Ansatz könnte die Flotation der Aschen sein. Daher wurde Untersuchung zu Thioharnstoff, Thiophosphat und Thiocarbamat basierten Sammlern anhand synthetischer Aschebesandteilen durchgeführt. Diese zeigten, zwar einen flotierbarkeit des Kupfers aber auch Interaktionen mit den Matrixbestandteilen, wie Gips und Zement. Daher wurde organische Drücker erprobet, die Kupferausbringen und Anreicherung deutlich steigern konnten.

Name:

Passwort:

 Angemeldet bleiben

Passwort vergessen?

Der ASK Wissenspool
 
Mit Klick auf die jüngste Ausgabe des Content -Partners zeigt sich das gesamte Angebot des Partners
 

Selbst Partner werden?
 
Dann interessiert Sie sicher das ASK win - win Prinzip:
 
ASK stellt kostenlos die Abwicklungs- und Marketingplattform - die Partner stellen den Content.
 
Umsätze werden im Verhältnis 30 zu 70 (70% für den Content Partner) geteilt.
 

Neu in ASK? Dann gleich registrieren und Vorteile nutzen...