Ist der Korrekturbeiwert für die Geschwindigkeitshöhe in der Bernoulli-Gleichung für die Gerinneströmung notwendig?

Ausgehend von der Entwicklung der Korrekturbeiwerte im 19. Jh. werden Hinweise in deutschsprachigen Lehrbüchern über deren tatsächliche Bedeutung angeführt, welche sehr im Allgemeinen bleiben. Eigentlich wäre nur eine Korrektur in Abhängigkeit vom Quadrat der mittleren Geschwindigkeit sinnvoll. Das Widerstandsverhalten für die Gerinneströmung ist auf die mittlere Geschwindigkeit abgestellt, die Geschwindigkeitsverteilung im Querschnitt ist durch den Bezug auf die relative Rauheit darin bereits enthalten. Durch die Grenzschichttheorie ist die Verwendung derartiger Korrekturfaktoren überflüssig geworden. Der Artikel ist H. Lauffer zum 100. Geburtstag gewidmet.

Noch heute wird in den Lehrbüchern auf einen Korrekturbeiwert α hingewiesen, mit dem bei der Berechnung der Energiehöhe die Geschwindigkeitshöhe zu multiplizieren ist, wenn die Geschwindigkeit im Querschnitt ungleich verteilt ist. Erstaunlicherweise wird dieser Beiwert über das Verhältnis der Energieströme gebildet, was wohl auf die Bezeichnung Energiesatz oder Energiegesetz für die Bernoulli-Gleichung zurückzuführen ist. Hinweise, wie dieser Korrekturbeiwert zu ermitteln ist, bleiben sehr im Allgemeinen. Es wird nachgewiesen, dass für die eindimensionale Berechnung von Gerinneströmungen auf der Grundlage des Energiehöhenvergleichs die Berücksichtigung dieses Beiwertes nicht erforderlich ist, da in den Ansätzen für die Wandreibungs-und sonstigen Verluste auf die mittlere Geschwindigkeit Bezug genommen wird. In diesen Ansätzen sind demnach die Informationen über die jeweiligen Geschwindigkeitsverteilungen bereits enthalten. Für künftige Lehrbücher sollte dieser Korrekturbeiwert als ein historischer Schritt in Richtung auf eine realitätsbezogene Berechnung gewertet werden. Seine unmittelbare Bedeutung für die Berechnung von Strömungen hat er seit der Entwicklung der Grenzschichttheorie eingebüßt.



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasserwirtschaft 05 / 2009 (Juni 2009)
Seiten: 4
Autor: Univ.-Prof. i. R. Dr.-Ing. Franz Valentin

Die Bibliothek und die Kaufoptionen sind umgezogen zu https://library.wasteculture.com

Bereits erworbene Artikel können weiterhin über myASK abgerufen werden.


Diese Fachartikel könnten Sie auch interessieren:

Simulation der Hydraulik von Kontrollarmaturen in Wasserversorgungsnetzen
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (5/2010)
Für die hydraulische Simulation der komplexen Wasserversorgungssysteme mit Kontrollarmaturen wird ein mathematisches Modell mit seinem numerischen Lösungsalgorithmus dargestellt, der das iterative Maschenverfahren von Newton-Raphson in einer spezifischen Form in Verbindung mit Hardy-Cross-Verfahren verwendet. Das Softwareprogramm wurde für das Pilotprojekt Erfurt an der Universität Karlsruhe entwickelt und implementiert. Der Lösungsansatz wird durch fehlende Kontrollanlagen des Durchflusses (PSV, FCV) und des Überdruckes (PFV, PBV) sowie deren Kombinationen mit anderen Kontrollarmaturen ergänzt.

Der Sensorfisch - eine innovative Methode zur Abschätzung des Schädigungsrisikos von Fischen an Wasserkraftanlagen
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (9/2025)
Der Sensorfisch ist ein innovatives Messinstrument, das die physikalischen Belastungen für Fische bei der Passage von Wasserkraftanlagen unter realen Betriebsbedingungen aufzeichnen kann. Kollisionen, Druckveränderungen, Scherkräfte und Turbulenzen, die in Turbinen oder alternativen Abstiegskorridoren auftreten, können während des laufenden Betriebs gemessen und quantifiziert werden. Aus den Sensorfisch-Daten lassen sich weniger schädliche Turbinentypen, Betriebsmodi und alternative Abstiegskorridore für flussabwärts wandernde Fische identifizieren, was zu einer Verbesserung des Fischschutzes an Wasserkraftanlagen beitragen kann.

Kabellose Ultraschall-Laufzeit- Differenzmessung - neue Chance für bewährte Technik
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (8/2025)
Die Nivus GmbH präsentiert 2025 eine kabellose Variante ihres bewährten Ultraschall-Laufzeitdifferenz-Systems zur kontinuierlichen Durchflussmessung. Die innovative Lösung ermöglicht die Installation auch an bisher schwer zugänglichen Messstellen und reduziert den Aufwand erheblich. So wird die Überwachung von Wasserleitungen effizienter und kostengünstiger.

Bewertung von Durchflussmessungen in Bezug auf die Messlotrechtenanzahl 2.0
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (8/2025)
Durchflussmessungen sind essenziell für fundierte wasserwirtschaftliche Entscheidungen. Die Untersuchungen zeigen, wie die Anzahl der Messlotrechten die Messergebnisse beeinflussen kann, und präsentieren ein Werkzeug zur einfachen Auswertung und Bearbeitung der Messdaten.

Die interaktive Karte des Stauanlagenverzeichnisses für Deutschland 2022
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (1/2022)
Während für die großen Stauanlagen landesweite Verzeichnisse existieren, ist es schwierig, einen Überblick über die mittleren und kleinen Anlagen in Deutschland zu erhalten. Mit dem vorgestellten Stauanlagenverzeichnis soll versucht werden, diese Lücke nach und nach zu schließen und auch mittlere und kleine Talsperren, Rückhaltebecken, Staustufen, Pumpspeicher- und Sedimentationsbecken in einem zentralen Register mit den wichtigsten technischen Angaben zu erfassen.

Name:

Passwort:

 Angemeldet bleiben

Passwort vergessen?

Der ASK Wissenspool
 
Mit Klick auf die jüngste Ausgabe des Content -Partners zeigt sich das gesamte Angebot des Partners
 

Selbst Partner werden?
 
Dann interessiert Sie sicher das ASK win - win Prinzip:
 
ASK stellt kostenlos die Abwicklungs- und Marketingplattform - die Partner stellen den Content.
 
Umsätze werden im Verhältnis 30 zu 70 (70% für den Content Partner) geteilt.
 

Neu in ASK? Dann gleich registrieren und Vorteile nutzen...