Schlacht um den Schlamm

Beim Streit über die Zukunft der Klärschlammverwertung muß ihre wichtige Funktion für die nachhaltige Kreislaufwirtschaft berücksichtigt werden

Durch die Verbrennung fossiler Energieträger werden jährlich etwa sechs Milliarden Tonnen Kohlenstoff in die Atmosphäre ausgestoßen. Jedes Jahr kommen drei Milliarden Tonnen zu den 170 Milliarden Tonnen hinzu, die sich seit den Anfängen der industriellen Revolution bereits angesammelt haben. Das gesamte Weltklima hat sich in den letzten Jahren so verändert, daß es immer mehr katastrophenähnlichen Charakter annimmt. Damit das Erdklima in den nächsten Jahrhunderten das Gleichgewicht wiedererlangen kann, müssen die Kohlenstoffemissionen auf das von Meeren und Wäldern absorbierbare Maß gesenkt werden: auf 1 - 2 Milliarden Tonnen pro Jahr oder 80 Prozent unter die heutige Emissionsrate. Nachhaltig heißt, nicht mehr Kohlenstoffe zu verbrauchen als die Natur wieder einbinden kann. Einen Beitrag dazu liefern Bestrebungen, Kunststoffe zu verwerten statt sinnlos zu verbrennen sowie die energetische Verwertung stofflich nicht verwertbarer Fraktionen zu fördern. In einer nachhaltigen Abfall- und Kreislaufwirtschaft besitzt deshalb auch die landwirtschaftliche Verwertung von Klärschlamm eine wichtige Rolle.



Copyright: © Rhombos Verlag
Quelle: 03/2001 - Information und Kommunikation (August 2001)
Seiten: 5
Preis inkl. MwSt.: € 4,00 Kostenlos für Premium Mitglieder
Autor: Dr. Dipl.-Chem. Beate Kummer

Artikel weiterleiten In den Warenkorb legen Artikel kommentieren


Diese Fachartikel könnten Sie auch interessieren:

Technische, finanzielle und organisatorische Aspekte einer nachhaltigen – verwendungsorientierten - Klärschlammentsorgung
© Universität Braunschweig - Institut für Siedlungswasserwirtschaft (12/2004)
In der Bundesrepublik Deutschland fallen derzeit etwa 3 Mio. Tonnen kommunale Klärschlämme an. Die Anfang der 90'er Jahre prognostizierte Steigerung auf über 4 Mio. Tonnen hat sich bislang nicht bewahrheitet. Als wesentliche Gründe für diese Stagnation sind neben den wirtschaftlichen Konjunkturbedingungen die verstärkten Bemühungen auf dem Gebiet der getrennten Niederschlagswasserbehandlung und die zunehmende Vorbehandlung bzw. Mehrfachnutzung von industriellem Abwasser zu nennen (ESCH und KRÜGER, 1999).

Handlungsansätze für eine nachhaltige Stoffwirtschaft am Beispiel Klärschlamm
© TK Verlag - Fachverlag für Kreislaufwirtschaft (6/2001)
Die Diskussion über eine nachhaltige Stoffwirtschaft ist das Ergebnis massiver Eingriffe des Menschen in den Stoffwechsel der Natur. Noch vor hundert Jahren war es kaum vorstellbar, dass von Menschen verursachte Stoffströme jemals in die Größenordnung der natürlichen bio- und geogenen Stoffkreisläufe gelangen könnten. Der weltweite jährliche Erdölverbrauch ist in den letzten hundert Jahren beispielsweise von unter 20 Millionen Tonnen auf über drei Milliarden Tonnen um mehr als das Hundertfache gestiegen, mit den bekannten Folgen für den globalen Kohlenstoffkreislauf.

Verwertung von Trockenklärschlamm in der Zementindustrie Erfahrungen aus der Schweiz
© TK Verlag - Fachverlag für Kreislaufwirtschaft (6/2001)
Seit 1980 ist der Anteil von Klärschlamm, der landwirtschaftlich verwertet wird, stetig rückläufig (Bild 1). Dies hat die Expertenkommission des Nationalen Forschungsprogramms No. 7 (NFP 7) veranlasst, die Möglichkeiten der schweizerischen Zementindustrie zur Lösung des Klärschlammproblems zu untersuchen. Im Juni 1986 wurde der 200 Seiten umfassende Bericht veröffentlicht.

Gibt es langfristig ein Nebeneinander kommunaler und privater Entsorgungswirtschaft?
© IWARU, FH Münster (5/2005)
Zur Entsorgungswirtschaft gehören die Abwasserwirtschaft und die Abfallwirtschaft. Im engeren Sinne wird häufig darunter aber nur der Bereich der Abfallentsorgung verstanden. Diese Beschränkung scheint auch unter dem Thema dieses Vortrags gerechtfertigt. Seit jeher gibt es nämlich bei der Abwasserentsorgung gestützt auf die nationalen und europaweiten rechtlichen Regelungen und politischen Zielsetzungen eine absolute Dominanz der öffentlichrechtlichen Strukturen. Bei der zentralen Abwasserentsorgung sind deshalb auch künftig zumindest in Deutschland einer Privatisierung sehr enge Grenzen gesetzt. Eine über den heutigen Umfang gemeinsamer kommunaler und privater Unternehmen in Form von PPPLösungen hinausgehende Einbindung privatwirtschaftlicher Aktivitäten kann es sicherlich geben. Aus kommunalpolitischen Erwägungen wird dabei aber stets eine herausragende Position des öffentlich-rechtlichen Partners vorauszusetzen sein.

Verwertung von Sekundärbrennstoffen und Abfällen in der Wirbelschicht am Beispiel Neumünster
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH (4/2005)
In Neumünster (Deutschland) errichten Austrian Energy & Environment AG gerade im Auftrag der Stadtwerke Neumünster (SWN) eine zirkulierende Wirbelschichtkesselanlage zur thermischen Verwertung von Abfallstoffen mit einer Netto-wärmeleistung von 75 MWth bei Dampfparametern von 470 °C sowie 66 bar. Pro Jahr sollen etwa 150.000 Tonnen Reststoffe aus der Abfallaufbereitung (RDF) mit einem Heizwert von 10 bis 20 MJ/kg verbrannt werden, daneben können auch andere Abfallstoffe (z. B. Klärschlamm, Tiermehl etc.) verwertet werden.

Name:

Passwort:

 Angemeldet bleiben

Passwort vergessen?

Der ASK Wissenspool
 
Mit Klick auf die jüngste Ausgabe des Content -Partners zeigt sich das gesamte Angebot des Partners
 

Selbst Partner werden?
 
Dann interessiert Sie sicher das ASK win - win Prinzip:
 
ASK stellt kostenlos die Abwicklungs- und Marketingplattform - die Partner stellen den Content.
 
Umsätze werden im Verhältnis 30 zu 70 (70% für den Content Partner) geteilt.
 

Neu in ASK? Dann gleich registrieren und Vorteile nutzen...