Mikrobiogasnetze

Mikrobiogasnetze sind ökonomisch attraktiv und insbesondere auch ökologisch sinnvoll. Da sie auf vergleichsweise einfacher und bewährter Technik basieren, bestehen keine unbekannten technologischen Risiken. Wie bei allen technischen Projekten ist die sorgfältige Planung dennoch wichtige Voraussetzung für ein erfolgreiches Projekt.

Auf den meisten in Betrieb befindlichen Biogasanlagen in Deutschland wird das erzeugte Biogas direkt am Anlagenstandort in Motoren-BHKW verstromt. Während bei kleineren Biogasanlagen die bei der Verstromung anfallende Abwärme weitgehend zur Deckung des Prozesswärmebedarfs der Fermenter sowie zur Wärmeversorgung angrenzender Wohn- und Wirtschaftgebäude genutzt werden kann, muss bei größeren Anlagen ein Großteil der Abwärme über Tischkühler „weggekühlt“ werden, da in sehr vielen Fällen keine geeignete Wärmesenke in der Nähe vorhanden ist. Deshalb sind technisch und wirtschaftlich realisierbare Lösungen gefragt, die eine höhere Ausnutzung der im Biogas enthaltenen Energie ermöglichen. Bei großen Biogasanlagen mit einer Rohbiogasproduktion über 700 m³/h i.N. (äquivalent zu ca. 1.400 kWel) wird dieses Problem zunehmend gelöst, indem anstatt einer Vor-Ort-Verstromung eine Anlage zur Gasaufbereitung und -einspeisung ins Erdgasnetz errichtet wird. Dies ist jedoch für Biogasanlagen in der am häufigsten anzutreffenden Leistungsklasse von 500 bis 1.500 kWel oftmals nicht rentabel. Auch der Fernwärmetransport ist meist technisch und wirtschaftlich nur in einem sehr eingeschränkten Radius möglich und unterbleibt häufig mangels geeigneter Wärmesenken.
Vor diesem Hintergrund stellen Mikrobiogasnetze eine sehr interessante Option dar. Denn über ein Mikrobiogasnetz lässt sich der Energieträger Biogas über deutlich größere Entfernungen sinnvoll transportieren, und Wärmesenken bzw. die dort errichteten BHKW können wirtschaftlich erschlossen werden. Geeignete Wärmesenken sind Nahwärmenetze (Bestand oder Neubau), Industrie-und Gewerbebetriebe, Schwimmbäder, Krankenhäuser etc. Unmittelbar an der Biogasanlage verbleibt lediglich ein kleines, auf den Wärmebedarf der Biogasanlage abgestimmtes BHKW oder eine Rohbiogaskesselanlage.



Copyright: © wvgw Wirtschafts- und Verlagsgesellschaft Gas und Wasser mbH
Quelle: Heft 05 - 2011 (Mai 2011)
Seiten: 4
Preis inkl. MwSt.: € 4,00
Autor: Dipl.-Ing. (FH) Thomas Havran

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