Aktuelle Anforderungen an den Betrieb von Aktivkohleadsorbern zur Spurenstoffentfernung

Adsorptionsverfahren unter Einsatz gekörnter Aktivkohlen haben sich seit Jahrzehnten zur Trinkwasseraufbereitung bewährt, um gelöste organische Stoffe aus dem Wasser zu entfernen. Um ein möglichst breites Spektrum im Rohwasser vorkommender Verbindungen im Einzelfall aufbereitungstechnisch beherrschen zu können, sind neben der Auswahl einer geeigneten Aktivkohle auch betriebliche Vorgaben einzuhalten.

Adsorptionsverfahren mit Kornaktivkohle werden seit Jahrzehnten zur Trinkwasseraufbereitung eingesetzt. Derzeit nimmt der Bedarf an gekörnter Aktivkohle nimmt in Deutschland zu, da polare Verbindungen verstärkt in den Fokus der Öffentlichkeit geraten und diese Stoffe nur über vergleichsweise kurze Filterlaufzeiten zu eliminieren sind. Neben den adsorptionstechnischen Anforderungen an die Aktivkohle sind an den Betrieb aus verfahrenstechnischer Sicht bestimmte Vorgaben zu stellen beziehungsweise Anforderungen einzuhalten.
Bei der Trinkwasseraufbereitung werden in Deutschland in Oberflächen- und Uferfiltratwasserwerken meist Aktivkohlen auf Steinkohlebasis eingesetzt. Hierbei handelte es sich bis vor einigen Jahren stets um hochwertige Produkte, die nach ihrer Erschöpfung einer thermischen Reaktivierung unterzogen wurden. Eine hohe Produktstabilität war aufgrund des einheitlichen Abbaugebietes des Rohstoffes (USA) und des Aktivierungsverfahrens gegeben. Ab Ende der 1990er Jahre drangen vermehrt kostengünstigere Aktivkohlen aus China auf den europäischen Markt. Hierbei ist eine stetige Erweiterung der Produktpalette festzustellen, sodass die Wasserversorgungsunternehmen aus einer Vielzahl von Aktivkohlen auswählen müssen. Aufgrund der raschen Marktentwicklung liegen Erfahrungswerte über mehrere Jahre für die einzelnen Aktivkohleprodukte nicht mehr vor.



Copyright: © wvgw Wirtschafts- und Verlagsgesellschaft Gas und Wasser mbH
Quelle: Heft 06 - 2011 (Juni 2011)
Seiten: 3
Preis inkl. MwSt.: € 0,00
Autor: Dr.-Ing. Brigitte Haist-Gulde
Dr.-Ing. Günther Baldauf

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