Entfernung von Arsen, Nickel und Uran bei der Wasseraufbereitung

Arsen, Nickel und Uran erreichen gelegentlich im Rohwasser, das zur Trinkwassergewinnung genutzt wird, Konzentrationen, die eine Entfernung dieser Stoffe erforderlich machen. In den seltensten Fällen handelt es sich direkt um anthropogene Einträge; meist stammen diese Stoffe aus natürlichen Quellen. Allerdings können menschliche Aktivitäten die Mobilisierung der Stoffe verursacht haben. In diesem Beitrag werden die wesentlichen Regeln beschrieben, die bei der Beurteilung von not - wendigen aufbereitungstechnischen Maßnahmen zur Verminderung der Spurenstoffkonzentration und bei der Auswahl geeigneter Aufbereitungsverfahren zu beachten sind.

Arsen ist ein relativ häufiges Begleitelement in der Erdkruste und findet sich insbesondere in sulfidischen Erzen. Durch Verwitterungsvorgänge kann es sich in Böden und Sedimenten anreichern. Unter oxidierenden und leicht reduzierenden Bedingungen ist es mäßig mobil, im stark reduzierenden Milieu hingegen als Sulfid festgelegt. In Deutschland kommen Grundwässer mit geringen geogen bedingten Arsengehalten unter 10 μg/l relativ häufig vor. Regional begrenzt finden sich aber insbesondere in Kluftgrundwasserleitern des Buntsandsteins und des Sandsteinkeupers auch höhere Konzentrationen, die meist zwischen 10 μg/l und 250 μg/l liegen.
Der Grenzwert der TrinkwV für Nickel wurde auf 20 μg/l festgesetzt. Da der Grenzwert am Zapfhahn gilt und da sich vornehmlich in der Hausinstallation die Konzentration noch erhöhen kann, ist für den Wasserwerksausgang ein Wert von 10 μg/l anzustreben. Das in Deutschland im Grundwasser auftretende Nickel stammt meist aus geogenem Vorkommen. Die Mobilisierung des in Grundwasserleitern vorhandenen Nickels ist jedoch in aller Regel anthropogen.
Die in Deutschland im Grundwasser auftretenden Urangehalte sind im Allgemeinen auf natürliche Einflüsse zurückzuführen. Der Grenzwert für Uran wurde in der kommenden TrinkwV, aufgrund seiner chemotoxischen Wirkung, auf 10 μg/l festgesetzt. Die radiotoxische Wirkung von natürlichem Uran ist in diesem Konzentrationsbereich zu vernachlässigen. Uran ist natürlicherweise ubiquitär in der Hydrosphäre anzutreffen. Die meisten Grundwässer enthalten Uran, wobei die Konzentration jedoch in der Regel unter 2 μg/l beträgt und nur in den seltenen Fällen 10 μg/l überschreitet. Die Konzentrationsverteilung von Uran im Grundwasser ist als sehr kleinräumig differenziert zu bezeichnen.



Copyright: © wvgw Wirtschafts- und Verlagsgesellschaft Gas und Wasser mbH
Quelle: Heft 06 - 2011 (Juni 2011)
Seiten: 3
Preis inkl. MwSt.: € 0,00
Autor: Professor Dr.-Ing. Martin Jekel
Dr.-Ing. Carsten Bahr
Dipl.-Ing. Volker Schlitt
Dipl.-Ing. Dr. Dieter Stetter

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