Lebenszyklus-Management von Trinkwasserbehältern – zur Bedeutung einer Bauwerkszustandsanalyse

Im Rahmen verschiedener Forschungsarbeiten und Projekte konnten praxisgerechte Verfahren und Vorgehensweisen entwickelt werden, mit deren Hilfe die Größen des Lebenszyklus eines Trink wasserbehälters zeitnah und wirtschaftlich erfasst werden können. Diese Verfahren werden kurz vorgestellt und ausgewählte Ergebnisse diskutiert.

Seit Anbeginn der Menschheit spielt die Wasserversorgung eine zentrale Rolle, wie Beispiele aus der Antike eindrücklich zeigen (Abb. 1). Umso erstaunlicher ist es, dass diese vor ca. 2.000 Jahren erstellten Zisternen, in denen vorwiegend werkstoffaggressiv wirkendes Re genwasser gespeichert wird, teilweise bis heute genutzt werden – ohne dass eine Instandsetzung über diesen Zeitraum notwendig wurde. Für die Zisternen kann man daher hinsichtlich des „Lebenszyklus-Managements“ und den „Lebenszykluskosten“ von einem herausragenden Verhalten („Performance“) sprechen. Sucht man nach den Gründen für diese Dauerhaftigkeit – wie in einem Forschungsprojekt geschehen –, stellt man sehr schnell fest, dass sowohl die Auswahl der Werkstoffe als auch die Ausführung Voraussetzung für die über Jahrhunderte andauernde Funktionsfähigkeit waren.
Während in der Antike der Begriff „Lebenszyklus-Management“ sicher nicht zum Sprachgebrauch des Baumeisters gehörte, spielt er in der Moderne eine immer größere Rolle. Im Bauwesen gilt das vor allem für Infrastrukturbauwerke, wie Brücken und Tunnel, Flughäfen und im Besonderen für die Trinkwasserversorgung, da diese Werkzeuge die Voraussetzung sind, um die „Lebenszykluskosten“ eines Bauwerkes nachhaltig zu senken. Dazu kommen die immer deutlicher formulierten Forderungen, die hohen Energie- und Massenströme im Bauwesen zu minimieren. Diese Entwicklung wird auch durch praktische Erfahrungen belegt. Im Gegensatz zum landläufigen Eindruck, dass stets nur das „billigste“ Angebot den Zuschlag bekommt, gibt es mittlerweile eine Vielzahl von Beispielen im Instandsetzungsbereich, aber auch beim Neubau, die das widerlegen. Zunehmend entwickeln Planungsbüros, Baustoffhersteller und Bauunternehmungen neue Konzepte, Bauprodukte und Applikationsverfahren, mit deren Hilfe die instandsetzungsfreie Nutzung von Infrastrukturbauwerken deutlich verlängert werden kann.



Copyright: © wvgw Wirtschafts- und Verlagsgesellschaft Gas und Wasser mbH
Quelle: Heft 09 - 2011 (September 2011)
Seiten: 4
Preis inkl. MwSt.: € 4,00
Autor: Prof. Dr. sc. tech. Andreas Gerdes
Dipl.-Ing. Paul Wirtz

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