Anpassungspotenziale der konventionellen Regenwasserbehandlung im Mischsystem an Auswirkungen des Klimawandels

Wasserwirtschaftliche Infrastrukturen weisen lange Nutzungsdauern mit entsprechend langen Abschreibungszeiträumen von mehreren Jahrzehnten bis hin zu über 100 Jahren auf. Die Bemessung solcher Bauwerke muss daher geeignet sein, nicht nur heutigen, sondern auch allen zukünftigen hydraulischen und stofflichen Belastungen standzuhalten, die erwartungsgemäß wiederum insbesondere durch klimatische Veränderungen, aber auch durch Flächenversiegelung, Abkopplungsmaßnahmen, demografische Wandelprozesse oder Eingriffe in das Entwässerungssystem, wie z. B. eine Fremdwassereliminierung, geprägt werden.

In einer Stellungnahme der Deutschen Meteorologischen Gesellschaft zur Klimaproblematik vom 9. Oktober 2007 werden die Veränderungen hinsichtlich des Niederschlags für die nächsten drei Jahrzehnte in Deutschland wie folgt zusammengefasst: „Sommer trockener, Herbst und Winter nasser mit mehr Regen und weniger Schnee, Ergiebigkeit von Einzelereignissen deutlich höher als bekannt“. Die Auswertung gilt hinsichtlich des Niederschlags als verlässlich und nennt als Auswirkung „Überschwemmungsgefahr“ aufgrund „u. a. unterdimensionierter Entwässerungssysteme“.
Ein „demografischer Wandel“ bewirkt einen Rückgang der Bevölkerung in Deutschland mit einhergehender Verschiebung der Altersstruktur. Bis zum Jahr 2030 rechnet das statistische Bundesamt mit einem Rückgang der Bevölkerung um rund zehn Millionen Einwohner (rd. minus 13 Prozent). Der Anteil der Altersgruppe 60+ soll parallel mit ca. einer Million doppelt so groß wie die Zahl Neugeborener sein. Die Umwandlung von Freiflächen in Wohn-, Verkehrs- und Gewerbeflächen hält trotz demografischen Wandels mit zumeist einhergehendem Bevölkerungsrückgang unvermindert an. In NRW lag der Anteil der „verbrauchten“ Fläche in Bezug zur gesamten Landesfläche in 2007 bei ca. 22 Prozent – Tendenz steigend. Täglich kommen ca. 15 Hektar hinzu, was die abflussrelevante Fläche in Abhängigkeit vom Kanalanschluss des versiegelten Gebietes ebenfalls erhöhen kann.



Copyright: © wvgw Wirtschafts- und Verlagsgesellschaft Gas und Wasser mbH
Quelle: EWP Spezial 2011 (April 2011)
Seiten: 4
Preis inkl. MwSt.: € 4,00
Autor: Dr.-Ing. Thomas Siekmann
Dr.-Ing. Karsten Müller

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