Der ganzheitliche Ansatz im DVGW-Regelwerk zur Rehabilitation von Wasserverteilungsanlagen

Gemäß DVGW-Regelwerk wird eine langfristig technisch und wirtschaftlich optimale Rehabilitation von Wasserverteilungsanlagen gefordert, die ein hohes Niveau für Versorgungsqualität und Netz - zustand bei einem niedrigen Gefährdungspotenzial und geringstmöglichen Gesamtkosten sicherstellt. Mit der eindeutigen und strukturierten Systematik einer risikoorientierten Netzbewertung liefert das DVGW-Regelwerk einen universellen und ganzheitlichen Ansatz für die Rehabilitation von Wasserverteilungsanlagen, der jeden Trinkwasserversorger in die Lage versetzt, zielführende, nachhaltige Reha-Strategien und -Planungen zu erarbeiten. Dass sowohl die Anforderungen als auch die Vorgehensweise praxisgerecht sind, wird im Folgenden am Beispiel der Rehabilitation des GELSENWASSER-Wasserverbundrohrnetzes aufgezeigt.

Obwohl die Instandhaltung von Wasserverteilungsanlagen weltweit bei den Versorgern zunehmend an Bedeutung gewinnt, ist der hierdurch beeinflusste Standard hinsichtlich Versorgungsqualität und Netzzustand sehr unterschiedlich. Im internationalen Vergleich, der zumeist mit einer Wasserpreisdiskussion einhergeht, wird der deutschen Wasserversorgung hinsichtlich Versorgungsqualität und Netzzustand seit Langem durchgängig ein hoher Standard bescheinigt. Dies ist sicherlich auch in dem Grundgedanken der in Deutschland geltenden allgemein anerkannten Regeln der Technik, d. h. des maßgebenden DIN und DVGW-Regelwerks, begründet.
Das DVGW-Regelwerk definiert einen technischen Standard, der von einer Mehrheit repräsentativer Fachleute als Stand der Technik angesehen wird. Die dort beschriebenen Anforderungen beziehen sich auf Planung, Bau, Prüfung, Betrieb und Instandhaltung von Wasserverteilungsanlagen sowie die damit befassten Unternehmen und Personen, d. h. auf alle Anlagenarten und Prozesse der Wasserverteilung. Es wird ein ganzheitlicher Ansatz verfolgt, bei dem zwar Schutzziele und Anforderungen festgeschrieben, aber konstruktive Lösungswege weitgehend offen gelassen werden.
Die Grundlage für den hohen technischen Standard bei der Errichtung der Wasserverteilungsanlagen wird schon mit den Anforderungen an die Planung und den Bau von Wasserverteilungsanlagen in den DVGW-Arbeitsblättern W 400-1 und W 400-2 gelegt. Vor dem Hintergrund, dass die Netze in Deutschland weitgehend aufgebaut sind und jetzt die Rehabilitation der Wasserverteilungsanlagen verstärkt in den Fokus rückt, wurde das Regelwerk in diesem Themenbereich maßgeblich entsprechend der o. g. Grundgedanken aktualisiert und erweitert.



Copyright: © wvgw Wirtschafts- und Verlagsgesellschaft Gas und Wasser mbH
Quelle: EWP Spezial 2011 (April 2011)
Seiten: 8
Preis inkl. MwSt.: € 4,00
Autor: Dipl.-Ing. Bernd Heyen

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