Ertüchtigung der MVA Frankfurt in zwei Bauabschnitten – Sorgen und Nöte zwischen Betrieb und Bau –

Über die technischen Randbedingungen des Projektes MVA Frankfurt Nordweststadt (Bild 1) wurde bereits berichtet [1]. In diesem Beitrag wird auf einen besonderen Aspekt eingegangen – die Parallelität von Bau und Betrieb:
• Die Realisierung der Erneuerung der vier Verbrennungslinien erfolgt bei laufendem Betrieb. Jeweils zwei von vier Linien werden in zwei Bauabschnitten saniert.
• Der Betrieb der Müllverbrennungsanlage wird zudem parallel umorganisiert. Die neue Betreibergesellschaft ist nicht mehr nur für die reine Müllverbrennungsanlage verantwortlich, sondern der bisher getrennte Kraftwerksteil wird mit dem Verbrennungsteil zu einem Müllheizkraftwerk (MHKW) zusammengeführt.

Die Ertüchtigung der MVA Frankfurt zeigt mehrere administrative Besonderheiten, die allen Beteiligten viel Disziplin und Durchhaltevermögen abfordert:
• Die lange Vorplanphase mit der Vielzahl von Varianten, die bis zur endgültigen Entscheidungsfindung untersucht wurden, ist bei den wegen der langen Laufzeit wechselnden Beteiligten nicht immer präsent. Darum werden richtige Entscheidungen der Vergangenheit immer wieder in Frage gestellt.
• Die Notwendigkeit, die Müllentsorgung Frankfurts in der Realisierungsphase sicherzustellen, bedingte in letzter Konsequenz auch eine lange Realisierungsphase bei einem parallel zur Baustelle laufenden Betrieb, ein Umstand, der von allen Beteiligten in hohem Maße gegenseitiges Verständnis und Rücksichtnahme erfordert.
• Die Betriebszusammenlegung der Müllverbrennung und des Kraftwerksteils während der Inbetriebnahme erforderte vom Betriebspersonal hohen persönlichen Einsatz und Bereitschaft zu Veränderungen.



Copyright: © Thomé-Kozmiensky Verlag GmbH
Quelle: Energie aus Abfall 4 (2008) (Mai 2008)
Seiten: 9
Preis inkl. MwSt.: € 0,00
Autor: Janka Frydrychowski-Horvatin

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