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Gelbe Tonne für die Stadt?

ZAW-SR sieht Vor- und Nachteile – Aufklärungskampagne geplant

Es war das große Thema der Versammlung des Zweckverbands Abfallwirtschaft Straubing Stadt und Land (ZAW-SR): Gelbe Tonne oder nicht? Denn bald läuft die bisherige Vereinbarung über das derzeitige Bring-System aus.

Bisher sammelt jeder Haushalt im Großraum Straubing-Deggendorf selber seine Tetrapaks, Alu und Kunststoffe und bringt sie zum Wertstoffhof. Die Gelbe Tonne hingegen würde vom Dualen System (DS) vor die Haustür gestellt und regelmäßig geleert. Das ist deutlich bequemer, Dingolfing-Landau und Rottal-Inn haben deshalb gerade auf die Gelbe Tonne umgestellt.

Dennoch gibt es nicht nur Vorteile des Systems. Die Gelbe Tonne kommt nämlich deutlich teurer. Um mindestens acht Prozent würden die Gebühren allein dadurch steigen, erklärt Mitgeschäftsführer Gangolf Wasmeier in der Verbandsversammlung am Dienstagabend. Denn bisher holt das DS die Kunststoffezentral bei den Wertstoffhöfen ab. Fahrten zu 50000 Haushalten sind damit nicht notwendig. Dafür bezahlt das DS jährlich 700000 Euro Nutzungsgebühr an den ZAW. Wenn dieses Geld wegfällt, wird der ZAW es über zusätzliche Gebühren hereinholen müssen.

Auch ökologisch scheint die Gelbe Tonne nicht das Gelbe vom Ei. In allen Gelbe-Tonne-Gebieten ist feststellbar: Die Fehlwurfquote ist hoch. Die Verbraucher werfen außerdem deutlich verschmutztere und damit oft unbrauchbare Wertstoffe ein als in den Bringsystemen am Wertstoffhof. Die Wertstoffe sind damit oft nicht verwertbar, müssen vom DS aber trotzdem über hunderte Kilometer zu wenigen zentralen Entsorgungsstationen gefahrenwerden. Das Bringsystem ist damit deutlich nachhaltiger und ökologisch sinnvoller.

Trotzdem verzeichnet der ZAW zunehmend Anfragen nach der bequemen Gelben Tonne. Verbandsräten schlug er deshalb eine Umfrage vor, um ein Meinungsbild der Gebührenzahler zu erhalten. Das wurde quer durch die Parteien einstimmig abgelehnt. „Abfallentsorgung entscheiden wir nicht nach Bequemlichkeit, sondern nach Nachhaltigkeit“, erklärte Erwin Kammermeier, CSU. „Sind wir wahnsinnig und stellen das selber in Frage? Die Zeit braucht andere Signale“, erklärte ÖDP-Rätin Martha Altweck-Glöbl, und Ewald Seifert, CSU, gab zu bedenken, dass eine Umfrage dem ZAW Entscheidungsspielraum nehme: „Was sagen wir, wenn einer fragt, was wir mit dem Umfrageergebnis machen?“

Der ZAW wird deshalb eine große Aufklärungskampagne über Hol- und Bringsystem starten. „Aufklärung tut ganz dringend not“, sagte Heidi Webster (Grüne) mit Blick auf viele Menschen, die die Gelbe Tonne für das ökologisch überlegene System halten, „bevor ich hier in dem Gremium war, habe ich das alles auch nicht gewusst.“

Tendenz: Bringsystem bleibt

Damit scheint klar, wie die Verbandsräte im Frühling entscheiden werden: Für das bisherige Bringsystem. „Zwar ist man sich einig, dass es nicht so bequem ist, wenn man Verpackungen zum Wertstoffhof bringen muss“, heißt es deshalb nach der Sitzung in einer Pressemitteilung des ZAW, „allerdings macht dieser Aufwand bewusst, dass viel zu viele Verpackungen produziert und von uns konsumiert werden. Steht eine Gelbe Tonne vor dem Haus, schwindet das Bewusstsein, dass jeder darauf achten sollte, verpackungsarm einzukaufen.“

Wie notwendig das ist, zeigt eine Zahl des EU-Umweltkommissars Virginijus Sinkevicius: In nur sieben Jahren ist der Kunststoffabfall um 75 Prozent gestiegen. „Das ist das wichtigste Argument“, sagt Wasmeier: „Die Gelbe Tonne ist keine Lösung für ständig steigende Abfallmengen.“


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erschienen im Straubinger Tageblatt vom 11.11.2021



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