Wiederverwendung
Handeln, ohne dass Abfälle entstehen, ist ökoeffizient: Werden Abfälle vermieden, sind sie nicht zu entsorgen. Damit wird keine Energie benötigt und es fallen keine Kosten und Emissionen auch klimarelevanter Art an.
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Wiederverwendung von Bauteilen – Beitrag für Ressourceneffizienz und KlimaschutzKreisläufe schließen, Werte erhalten, Verschwendung reduzieren, Klima schützen – dies sind nur einige Schlagworte, die mit dem Thema Bauteile-Wiederverwendung verbunden sind. Neben ökologischen Auswirkungen und effektiveren Rückbaumethoden werden auch Lösungen zu demontierbaren, nachhaltigen Konstruktionen bei Neubau bedacht werden müssen.
Mehr Recycling und Wiederverwendung durch neue Pfandsysteme?Pfandsysteme können sicherstellen, dass Altprodukte und Abfallfraktionen erheblich effizienter gesammelt und aufbereitet werden. Sie tragen insofern zur Abfallvermeidung und zur Ressourcenschonung bei und wirken außerdem wie eine Anti-Littering- Maßnahme. Erfahrungen mit Pfandsystemen werden vorgestellt, Zielsetzungen und Aufwendungen werden benannt, potenziell geeignete neu zu bepfandende Produkte werden erläutert und Weiterentwicklungen für Pfandsysteme werden aufgezeigt.
Erfahrungen aus dem Re-Use Netzwerk ÖsterreichMit Inkrafttreten der EU-Abfallrahmenrichtlinie im Jahr 2008 wurde die bisherige dreistufige Abfallhierarchie durch eine fünfstufige ersetzt. Die neu eingeführte Stufe der „Vorbereitung zur Wiederverwendung 1führte zu intensiven Diskussionen in der Branche, wie diese neue Herausforderung umgesetzt werden könnte. In Österreich wurde vielfach der Weg eingeschlagen, dass sozialwirtschaftliche Einrichtungen mit der kommunalen Abfallwirtschaft zusammenarbeiten, um als Re-Use-Netzwerk vorhandene Kompetenzen zur Umsetzung der Vorbereitung zur WV zu nützen. In allen Re-Use-Netzwerken werden die Kernaufgaben Sammlung und Weitergabe, Logistik und Aufbereitung, Verkauf und Öffentlichkeitsarbeit bearbeitet.
Re-Use versus Recycling: ausgewählte ökobilanzielle VergleicheDer informelle Sektor spielt eine nicht zu unterschätzende Rolle in der Abfallwirtschaft. Informelle Abfallsammlung und -verwertung, auch „waste picking“ genannt, ist weltweit verbreitet. Ohne offiziellen Auftrag nutzen Gesellschaftsschichten mit überwiegend niedrigem Einkommensniveau und sozialem Status den Verkauf von Gütern zur Wiederverwendung und zur stoffliche Verwertung zur Aufrechterhaltung des meist ärmlichen Lebensstandards. Das „waste picking“ folgt keinen umweltpolitischen und arbeitsrechtlichen Regularien und Standards. Die Produkte werden oft unter widrigen Umständen und unter Gefährdung der Schutzgüter Mensch, Boden und Wasser, gesammelt, repariert und verkauft oder verwertet.
Neue Lösung für hochwertiges Textilrecycling“Der Alttextilienmarkt hat sich nach dem extremen Preisverfall im 3. und 4. Quartal 2015, sowohl für Second-Hand-Bekleidung als auch für Recyclingware und Putzlappen, in den ersten Monaten in 2016 etwas stabilisiert. Nichtsdestotrotz ist die Branche weiterhin mit vielen Problemen und Herausforderungen konfrontiert, für die es neue Lösungen zu suchen gilt,” fasste der stellvertretende Vorsitzende des Fachverbands Textilrecycling, Martin Wittmann, am 29. April vor über 100 Teilnehmern des 5. Internationalen Alttextiltages in Bad Neuenahr die wirtschaftliche Lage und Situation der Branche zusammen.
RREUSE veröffentlicht Feedback und AnregungenDas europäische Re-Use-Netzwerk RREUSE veröffentlichte ein Statement zu den Vorschlägen des Kreislaufwirtschaftspakets und vertritt damit die Meinungen vieler europäischer NGOs – RepaNet wirkte maßgeblich am Positionspapier mit. Dabei werden fünf Kernpunkte angesprochen, die eine gezielte Nachbesserung des EU-Kommissionspapieres und somit für das Arbeiten mit Re-Use Produkten innerhalb und außerhalb der Abfallwirtschaft fordern.
Schridde zur Obsoleszenz-Studie des UBA: Versuch klare Sicht der Öffentlichkeit zu vernebelnKaum ein gutes Haar lässt der Pionier der Bewegung gegen die „geplante Obsoleszenz“, Stefan Schridde von „Murks? Nein Danke!“ an der vieldiskutierten Studie des Öko-Institut e.V. und der Universität Bonn im Auftrag des Umweltbundesamtes (UBA) mit dem sperrigen Titel „Einfluss der Nutzungsdauer von Produkten auf ihre Umweltwirkung: Schaffung einer Informationsgrundlage und Entwicklung von Strategien gegen ‚Obsoleszenz'“. Sein Fazit: Arbeit unvollständig, Fakten ignoriert, Neutralität fehlt.
Deponiebewirtschaftung
Leider gelten Deponien auch heutzutage noch immer als eine der wichtigsten abfallwirtschaftlichen Senken
alle Fotographien von: Heinrich Wegmann
Messung von Gasemissionen aus Deponien – Erfahrungen aus der PraxisDeponiegasemissionen aus Abfalldeponien zählen weltweit zu den größten anthropogenen Methanquellen und tragen in erheblichem Maße zum Klimawandel bei. In den vergangenen Jahren wurden daher in Deutschland mehrere Regelungen zur Verminderung dieser Emissionen eingeführt. So ist die Ablagerung von unbehandeltem Hausmüll seit 2005 verboten.
Neue Deponiekapazitäten durch Deponierückbau?Der Rückbau von Deponien wird seit über 60 Jahren aus den verschiedensten Gründen durchgeführt. Bei dem ersten in der Fachliteratur beschriebenen Rückbau in Israel in 1953 lag der Schwerpunkt auf der Gewinnung von Kompostmaterial für die Landwirtschaft. Erst Ende der 1980er Jahre wurden dann weitere Rückbaumaßnahmen vor allem in den USA durchgeführt, das Motiv in den meisten Fällen war die Beseitigung einer Grundwasserkontaminationsquelle.
Engpass Mülldeponie: Tschechien setzt auf die MüllverbrennungNeue Sortiermaschinen, Recyclinganlagen und Müllverbrennung – Tschechien muss bis 2020 enorme Summen investieren, um die EU-Vorgaben bei der Abfallbehandlung zu erfüllen. Das Land ist eines der Schlusslichter in Europa bei der Müllverwertung, obwohl bereits Verpackungsabfälle zu über 70 Prozent erfasst und sortiert werden. Als einen Ausweg sieht die Regierung den Bau von Verbrennungsanlagen an elf Standorten.
:metabolon – Vom Reststoff zum Wertstoff - Von der Deponie zum Innovationsstandort für RessourcenmanagementDas Entsorgungszentrum Leppe, im oberbergischen Lindlar gelegen, ist seit Beginn der achtziger Jahre die Zentraldeponie für den Oberbergischen und Rheinisch-Bergischen Kreis. Die zunehmende Verfüllung des rund 45 ha großen Areals ist vom Bergischen Abfallwirtschaftsverband (BAV) gemeinsam mit den beiden Kreisen sowie den beteiligten Kommunen zum Anlass genommen worden, dem Standort mit dem Regionale 2010 Projekt „:metabolon“ ein völlig neues Gesicht zu verleihen. Unter dem Motto „Stoffumwandlung“ (= Metabolismus) ist Bestehendes auf dem Gelände neu in Wert gesetzt und inszeniert worden.
„LAGA Ad-hoc-AG „Deponietechnik“ - Fortschreibung der Bundeseinheitlichen Qualitätsstandards und EignungsbeurteilungenMit der Deponieverordnung wurde den Ländern die Aufgabe übertragen, detaillierte technische Anforderungen in Bundeseinheitlicher Qualitätsstandards festzulegen und zum Teil die Eignung von Materialien, Komponenten oder Systemen, bei denen es sich nicht um Geokunststoffe, Polymere und serienmäßig hergestellte Dichtungskontrollsysteme handelt, bundeseinheitlich zu beurteilen. Zur Erfüllung dieser Aufgabe haben die Länder die LAGA Ad-hoc-AG „Deponietechnik“ eingerichtet. An dieser Stelle wird über den aktuellen Stand der Bundeseinheitlichen Qualitätsstandards und Eignungsbeurteilungen berichtet.
Die Deponie als „Nachnutzung“ der Deponie – Grundzüge und PraxisbeispieleWird eine Deponie stillgelegt und geht diese in die Nachsorgephase über, muss über eine weitere Nutzung des Geländes entschieden werden. Es gibt dahingehend vielfältige Möglichkeiten. Die Flächen abgeschlossene und rekultivierte Deponien werden mittlerweile oftmals als Energieparks weitergenutzt. Eine Deponieoberfläche bietet zumeist viel Platz für die Installation von beispielsweise Windkraft- oder Solar- bzw. Photovoltaikanlagen. Eine weitere mögliche Art der Nachnutzung wäre durch Einrichtungen für die Öffentlichkeit, z.B. als Freizeit- und Erholungsort. Eine erfolgreiche Nachnutzung als Gewerbe- oder Industriestandort wurde, bei geeigneten Rahmenbedingungen, ebenfalls in verschiedenen Projekten bereits realisiert. Und schließlich gibt es auch die Möglichkeit, den Deponiestandort als Ablagerungsort für Abfälle weiter zu nutzen. Hier käme die Deponie als „Nachnutzung“ von in der Stilllegungsphase befindlichen Deponien zur Anwendung. Die möglichen Gründe, einen Deponiestandort als solchen weiter zu nutzen können variieren, einige hiervon werden im Folgenden erläutert.
Gibt es für mineralische Abfälle Deponiebedarf?Im Rahmen des mit der TA Siedlungsabfall verfolgten klimarelevanten Ziels hinsichtlich der Reduktion des Organikgehaltes durch eine Beendigung der Ablagerung unvorbehandelter Siedlungsabfälle auf Deponien zum 1.6.2005 wurde seitens des Bundesumweltministeriums ein Eckpunktepapier vorgelegt, bis spätestens 2020 alle Siedlungsabfälle vollständig zu verwerten und insoweit ganz auf Deponien verzichten zu wollen.
EU-Umweltbericht 2015BDE appelliert an Kommission, das neue Abfallpaket nach den Ergebnissen des Berichtes auszurichten
Phosphorrückgewinnung
Phosphor ist für alle Organismen ein essenzielles Element. Umso wichtiger ist ein nachhaltiges Management dieser Ressource.
Phosphor-Ausnutzung aus Gärresten unter Berücksichtigung der mechanischen Fest-Flüssig-TrennungDer Einfluss der mechanischen Fest-Flüssig-Separation auf die Phosphor (P)-Düngeeigenschaften von zwei verschiedenen Gärresten wurde in Labor- und Gewächshausversuchen untersucht. Die Laborergebnisse zeigen, dass die Festphasen nach der Separation einen Trockenmasse-Gehalt zwischen 27 und 35 % aufwiesen und die P-Konzentration mit etwa 3,0 g/kg Frischmasse bis zu 4-mal höher als war im unbehandelten Gärrest. Zwischen 70 und 87 % des in den Festphasen enthaltenen P lagen in H2O- und NaHCO3-extrahierbarer und damit leicht löslicher Form vor. Im Gefäßversuch war die Wirkung der Festphasen auf die P-Aufnahmen und Erträge von Mais und Amarant vergleichbar mit dem unseparierten Gärrest und einer leicht löslichen mineralischen P-Quelle. Mit der mechanischen Fest-Flüssig- Separation von Gärresten wird ein wertvoller P-Dünger erzeugt, der leicht zu transportieren ist, und eine hohe Verfügbarkeit des enthaltenen P aufweist.
Phosphorrückgewinnung im Rahmen der Klärschlammbehandlung – das EU-Projekt P-REX –Eine Vielzahl von technischen Rückgewinnungsprozessen für Phosphor steht zur Verfügung. Trotzdem ist der Anteil von mineralischen Recyclingdüngern im Vergleich zum Phosphoreinsatz aus Mineraldüngern sehr gering. Durch das EU-Forschungsprojekt P-REX soll die Implementierung und Verbreitung technischer Phosphorrückgewinnungsverfahren vorangetrieben werden.
Pflanzenkohle-Wirkung auf die Stickstoff- und Phosphatauswaschung in den sandigen Böden des Norddeutschen Tieflands (Wendland Region)Klimawandel und Bevölkerungswachstum führen zu stetig steigendem Druck auf natürliche Ressourcen wie z.B. Boden-, Pflanzennährstoffe und Biomasse. Daher werden künftig dringend Konzepte zur nachhaltigen integrierten Ressourcennutzung benötigt. Das BMBF Forschungsprojekt "ClimaCarbo" hat es sich zum Ziel gesetzt, bisher wenig effizient genutzte regionale Reststoffe in der Wendlandregion (Biogasgärreste, Trester, Mist etc.) stofflich in den landwirtschaftlichen Kreislauf zu integrieren und zu veredeln. Hierfür werden zum einen in der Forstwirtschaft anfallende Holzreste mittels PYREG-Karbonisierung zu Pflanzenkohle veredelt.
Klärschlammverwertung: Funktionierendes System nicht zerstörenDer im Koalitionsvertrag vorgesehene Ausstieg aus der landwirtschaftlichen Klärschlammausbringung ist in der Entsorgungswirtschaft auf breite Kritik gestoßen. Das wurde auch bei der Podiumsdiskussion mit Vertretern von Branche und Behörden im Rahmen des bvse-Forums Biogene Abfälle in Mainz deutlich.
Klimawandel
Wie ist der Stand der Wissenschaft, und welche Initiativen gibt es, um dem Klimawandel entgegenzuwirken?
Und welche Auswirkungen hat der Import von Steinkohle für Mensch und Natur in den Abbauregionen in Kolumbien und Russland?
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Anpassung an den Klimawandel als Aufgabe der StadtplanungDer Klimawandel ist in Baden-Württemberg bereits Realität. Neben effektiven Maßnahmen zum Klimaschutz sind daher vorausschauend Maßnahmen zur Anpassung an die unvermeidbaren Folgen des Klimawandels zu entwickeln. In der Stadt Karlsruhe spielt das Klima schon länger eine nicht unbedeutende Rolle, was sich auch in der Stadtplanung niederschlägt.
IPCC-Bericht: Klimaveränderungen auch in DeutschlandDer Zwischenstaatliche Ausschuss für Klimaänderung (Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC) hat den ersten Teil seines fünften Sachstandsberichts seit 1990 vorgelegt. Die Arbeitsgruppe zu den wissenschaftlichen Grundlagen des Klimawandels warnt vor einer Versauerung der Ozeane und einem Anstieg der globalen Temperaturen um bis zu 5,4 Grad bis Ende des Jahrhunderts.
Wettbewerb "Kommunaler Klimaschutz 2013": Neun Kommunen ausgezeichnetBerlin/Köln. Herausragendes Engagement für den Klimaschutz zahlt sich aus: Insgesamt 240.000 Euro Preisgeld erhielten heute neun Kommunen für ihre vorbildlichen Klimaschutzprojekte. Der Wettbewerb wird seit 2009 jährlich vom Bundesumweltministerium und dem Service- und Kompetenzzentrum: Kommunaler Klimaschutz beim Deutschen Institut für Urbanistik (Difu) ausgelobt. Die Preisgelder fließen wieder in den Klimaschutz.
Lohnendes Geschäftsmodell: Fraunhofer IWES legt Finanzierungsstrategie für die Energiewende vorDerzeit dominiert in der Diskussion um die Energiewende die Kostenfrage. Diese Sichtweise greift nach Überzeugung der Experten vom Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) jedoch zu kurz. In ihrer heute veröffentlichten Studie "Geschäftsmodell Energiewende" zeigen die Wissenschaftler, dass Investitionen in die Energiewende durchaus rentabel sind und wie sie bis 2050 finanziert werden könnten.
Billige Kohle für Deutschland zerstört Lebensgrundlage von UreinwohnernVerwüstete Landschaften, zerstörte Dörfer, verschmutzte Luft, verseuchte Gewässer, bittere Armut: Das ist der Preis, den die Schoren in Sibirien und die Wayúu-Indianer in Kolumbien für die billige Kohle für Deutschland bezahlen müssen. Ohne Rücksicht auf Mensch und Natur wird auf dem traditionellen Land dieser indigenen Völker Steinkohle gefördert.
Konsum
Wie viel ist genug, und wie viel ist zu viel?
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Lebensmittel als Abfall aus Produktion/Verarbeitung/KonsumDer Verlust an Lebensmitteln im Produktions-, Verarbeitungs-, Lagerungs- und Distributions-prozess, sowie die durch den Endkunden (Konsumenten) weggeworfenen Lebensmittel sind in den letzten Jahren in den Fokus sowohl der Abfallwirtschaft als auch von sozialen und ethischen Überlegungen gekommen. Hinsichtlich der Mengen an weggeworfenen Lebensmitteln gab es bereits einige regionale Untersuchungen und daraus resultierende Hochrechnungen, aber bis 2010 keine österreichweiten, einheitlichen Analysen, um diese Mengen auch statistisch zu quantifizieren.
Kunststoffe aus langlebigen Konsumgütern für langlebige Konsumgüter
– Qualitätskunststoffe aus Elektronikabfall –Kunststoffrecycling aus langlebigen Konsumgütern wie Elektronik-Altgeräten ist neu und endlich technisch möglich. Das Recycling dieser Kunststoffe ist für die Erfüllung der in den WEEE- und ELV-Richtlinien aufgestellten Ziele wesentlich. Mit Hilfe dieser neuen Technologien wird eine aufkommende Akzeptanz recycelter Kunststoffe für Hightech-Anwendungen beobachtet. Das ökologische Gleichgewicht erfordert eindeutig, Materialrecycling der thermischen Rückgewinnung vorzuziehen, um sowohl den Energieverbrauch als auch die Emission von Treibhausgasen zu reduzieren.
Lebensmittel in Hausmüll – Mengen, Indikatoren und ökonomische RelevanzDie kontinuierliche Lieferung aller Güter an die Supermärkte führt dazu, dass die Konsumenten durchschnittlich zwischen 50.000 Produkten im Handel wählen können (Kantor et al. 1997). Durch das stetig steigende Angebot der Waren im Supermarkt und der mit der Produktion der Güter im Zusammenhang stehenden Umweltbelastung wird das Thema der Nachhaltigkeit im Agrar- und Ernährungssektor zunehmend thematisiert. Schätzungen zur Folge nimmt die Lebensmittelkette ein Fünftel des gesamten Material- und Energieverbrauchs der Güterproduktion in Anspruch (BUND et al. 1996).
Ressourcenrelevanz von LebensmittelabfällenIm Jahr 2012 wurden erstmals die in Deutschland anfallenden Lebensmittelabfälle orientierend abgeschätzt. Aufbauend auf den Ergebnissen dieser Studie wird im Rahmen dieses Vortrages exemplarisch die Ressourcenrelevanz von Lebensmittelabfällen aus Haushalten dargestellt. Als Ressourcenparameter wurden klimarelevante Emissionen und die Flächeninanspruchnahme ausgewählt. Hierzu werden zunächst die in den Haushalten anfallenden Lebensmittelabfallmengen und – qualitäten dargestellt, um anschließend mit Umwelt- und Ressourcenparametern aus der Literatur verrechnet zu werden. Im Ergebnis können dann beispielhaft klimarelevante Emissionen und die Flächeninanspruchnahme den einwohnerspezifischen Abfallmengen zugeordnet werden.
Das Meer - die größte Müllhalde der Welt
Bundesumweltminister Altmaier ruft auf zu regionalen Aktionsplänen gegen die Vermüllung der Meere (siehe "Nachrichten").
Vielleicht hatte er ja zuvor einen Blick auf unsere Seite geworfen...
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Umsetzung der EU-Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie für Nord- und OstseeDie EG-Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie von 2008 ist die Umweltsäule der europäischen Meerespolitik. Saubere, gesunde und produktive Meere sowie deren biologische Vielfalt sollen langfristig bewahrt oder möglichst wieder hergestellt werden. Die Berichtsentwürfe zur Anfangsbewertung, zur Beschreibung eines guten Umweltzustands sowie zu den Umweltzielen für Nord- und Ostsee liegen vor.
Makro- und Mikromüll im Niedersächsischen WattenmeerIm Niedersächsischen Wattenmeer wurden Untersuchungen zum Vorkommen von Makro- und Mikromüll durchgeführt. Mikromüll als bislang hier nicht erfasste Umweltbelastung wurde sowohl an Stränden als auch im Wasser und in Sedimenten gefunden.
Kunststoffverbände aus aller Welt für Lösungen des Marine-Litter-ProblemsUntersuchungen von Meereswissenschaftlern zeigen das Ausmaß, in dem Kunststoffmüll und andere Abfälle in die Meere gelangen, und die Folgen, die dies hat. Die unterzeichnenden Organisationen setzen sich nachdrücklich dafür ein, dass Kunststoffabfall prinzipiell nicht ins Meer gehört und nicht achtlos weggeworfen werden darf.
Biologen finden immer mehr Plastikmüll in der arktischen TiefseeStudie belegt, dass heute zweimal so viel Abfall auf dem Meeresgrund liegt, wie noch vor zehn Jahren.
Bremerhaven, 22. Oktober 2012. Der Meeresboden in der arktischen Tiefsee ist immer häufiger von Müll und Plastikabfall übersäht. Wie Dr. Melanie Bergmann, Biologin und Tiefsee-Expertin am Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in der Helmholtz-Gemeinschaft in einer Online-Vorabveröffentlichung des Fachmagazins Marine Pollution Bulletin berichtet, ähnelt das Müllaufkommen rund um das AWI-Tiefsee-Observatorium HAUSGARTEN inzwischen jenen Mengen, die in Tiefseegräben in der Nähe der portugiesischen Metropole Lissabon gefunden wurden.
Daseinsvorsorge
ist mehr als Service für den Bürger.
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Irrungen und WirrungenWarum die Bezeichnung Kreislaufwirtschaft täuscht und die Verantwortung der Kommunen in der Abfallwirtschaft gestärkt werden sollte
Die Europarechtswidrigkeit des KrWG- Verstoß gegen die Warenverkehrsfreiheit für getrennt erfasste Haushaltsabfälle zur Verwertung und falsche Umsetzung der Abfallhierarchie
Am 1. Juni 2012 ist das Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) in Kraft getreten. Es dient der Umsetzung der europäischen Abfallrahmenrichtlinie (AbfRRL) 2008/98/EG in deutsches Recht. Das KrWG enthält Regelungen, die starken europarechtlichen Bedenken begegnen. Das betrifft zum einen die Organisation der Entsorgung von Abfällen aus privaten Haushalten und zum anderen die Umsetzung der von der AbfRRL vorgegebenen fünfstufigen Abfallhierarchie.
Pilotprojekt Hochwasserrisikomanagement-Plan NaheIn Rheinland-Pfalz werden für die Erstellung von Hochwasserrisikomanagement-Plänen neue Wege beschritten. Im Vordergrund steht die Festlegung von Risiko mindernden Maßnahmen, die kurzfristig umgesetzt werden können. Die zuständigen Stellen, die Akteure und die Betroffenen werden in thematischen Workshops eng an der Erstellung des Planes beteiligt. Der Hochwasserrisikomanagement-Plan Nahe wird als Pilotprojekt unter der Anleitung und Federführung der Wasserwirtschaftsverwaltung erarbeitet.
Boden
Manchmal schmilzt das Fundament, auf dem man steht.
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Einfluss der Bodenbearbeitung auf das Retentionsvermögen im Kania-TeileinzugsgebietIn der Region Großpolen (Wielkopolska) muss jede Art des Wasserrückhalts genutzt werden. Maßnahmen der Bodenbearbeitung werden häufig in verschiedenen Entwicklungsprogrammen auf allen Entscheidungsebenen in Polen genannt. Außerdem können Einsaat einer Nach-bzw. Zwischenfrucht als Erosionsschutzmaßnahmen in Polen aus Mitteln der EU gefördert werden. Im vorliegenden Beitrag werden mit Hilfe eines Entscheidungssystems und GIS am Beispiel eines Teileinzugsgebietes in Großpolen die Möglichkeiten der Bodenbearbeitung (Speicherkapazität, Umsetzungsmöglichkeiten) erläutert.
Biokohle in der Landwirtschaft - Potenzial und mögliche Einschränkungen beim Einsatz als Bodenverbesserer und zur KohlenstoffsequestrierungEs gibt verschiedene, sich oftmals ergänzende Motive für den Einsatz von Biokohle (verkohltes rezentes organisches Material). Zu ihnen gehören (i) Strategien gegen den Klimawandel, (ii) die Energieproduktion, (iii) die Bodenverbesserung und (iv) die Abfallentsorgung (Abb. 1; Lehmann und Joseph, 2009), wobei hier die Anwendungsgebiete "Strategien gegen den Klimawandel" und "Bodenverbesserung" im Mittelpunkt stehen sollen. Die Idee zur Nutzung von Biokohle als Bodenverbesserer entspringt der Entdeckung der so genannten "Indianer Schwarzerden" (Terra Preta) im brasilianischen Amazonasgebiet.
Verminderung von Bodenerosion durch nachhaltige BodenbewirtschaftungSeit 1994 werden an drei Standorten in Niederösterreich Versuche durchgeführt, um die Auswirkungen unterschiedlicher Bodenbearbeitung auf Erosion, Oberflächenabfluss, Nahrstoff- und Pestizidverluste sowie auf den Pflanzenertrag zu untersuchen. Es zeigt sich, dass Systeme mit reduzierter Bearbeitungsintensität einen wirkungsvollen Erosionsschutz bei gleichzeitiger Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit darstellen. Nichtsdestotrotz müssen zusätzlich standortspezifische Bedingungen bei der Auswahl der geeigneten Schutzmaßnahme berücksichtigt werden.
Abbau von Bodenschätzen – um jeden Preis?Die Aktivitäten der Metall- und Bergbauindustrie haben weitreichende
Auswirkungen auf Gesellschaft und Umwelt. Vorreiter-Unternehmen übernehmen bereits Verantwortung, doch die Branche treibt nach wie vor auch sehr kritische Vorhaben voran.
Der Boden der TatsachenDie Grundlage unseres Lebens wird immer mehr vom Winde verweht, ausgewaschen oder vergiftet. Lösungen gehen bisher vor allem von unten, von innovativen Landwirten aus, bieten aber weltweit enorme Möglichkeiten für Ernährungssicherung und Klimaschutz.
Meeresforschung und der brasilianische RegenwaldZusammen mit Kollegen aus Brasilien und den USA konnten deutsche Wissenschaftler um Dr. Thorsten Dittmar vom Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie nachweisen, dass die Brandrodung des Regenwaldes in den vergangenen Jahrhunderten große Mengen Holzkohle im Waldboden hinterlassen hat, die durch Regenwasser ausgewaschen und über Flüsse ins Meer transportiert werden. Die vorliegende Studie legt nahe, dass die Menge an dieser stabilen Form von Kohlenstoff in der Tiefsee durch menschliche Aktivität zunehmen wird, mit unbekannten Folgen auf die Meeresorganismen und den globalen Kohlenstoffkreislauf. Die Ergebnisse wurden jetzt im internationalen Fachblatt Nature Geoscience veröffentlicht.
Arktis 2012: Neue Rekordschmelze im September erwartet
Eisforscher vom KlimaCampus, Universität Hamburg, prognostizieren für September die geringste jemals gemessene Eisbedeckung. Mit 4,1 Millionen Quadratkilometern würde die Fläche sogar noch das Rekordminus von 2007 (4,3 Mio. km²) deutlich unterschreiten. Im vergangenen Jahr lagen Lars Kaleschke und sein Team mit ihrer Prognose exakt richtig.
Vielfalt
Die Fülle in Flora und Fauna wird mit Biodiversität oder biologische Vielfalt bezeichnet - ein oft vergessener Teil davon ist die kulturelle Vielfalt, die laut UNESCO ebenso notwendig ist für die Menschheit wie Biodiversität für die Natur
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Koexistenzschutz im MehrebenensystemDer Schutz der Biodiversität im Kontext gentechnischer Forschung und Manipulation unter den Maßgaben des europäischen, internationalen und nationalen Rechts
Der Wert unserer WeltDie TEEB-Studie zur Biodiversität liefert wichtige Informationen, um Biodiversität ins Management zu integrieren.
Deutsche Windräder Todesfalle für Fledermäuse aus NordosteuropaWindkraftanlagen können Auswirkungen auf weit entfernte Ökosysteme haben. Forscher des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) wiesen jetzt nach, dass Fledermäuse, die an Windrädern in Deutschland zu Tode kommen, vor allem aus dem osteuropäischen Raum stammen.
Der BIOTA West Atlas – 10 Jahre Biodiversitätsforschung in einem BuchRund 150 Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen deutscher Universitäten und Forschungseinrichtungen haben 10 Jahre lang zusammen mit afrikanischen Partnern die biologische Vielfalt Westafrikas und deren Wandel untersucht. Die Ergebnisse dieses vom Bundesforschungsministerium geförderten Mammutprojekts „BIOTA (Biodiversity Transect Analysis) West“ liegen nun in drei Atlanten vor, die kürzlich erschienen sind.
Biodiversitätsforschung: Preise für Göttinger NachwuchswissenschaftlerDie Gesellschaft für Ökologie hat die beiden Nachwuchswissenschaftler Dr. Juliano Sarmento Cabral und Dr. Yann Clough von der Universität Göttingen für ihre herausragenden Arbeiten in der Biodiversitätsforschung ausgezeichnet. Dr. Sarmento Cabral forscht in Göttingen in der Free Floater-Nachwuchsgruppe Biodiversität, Makroökologie und Biogeographie an der Fakultät für Forstwissenschaften und Waldökologie. Dr. Clough ist Mitglied der Abteilung Agrarökologie an der Fakultät für Agrarwissenschaften.
Effizienz
Ein schonender Umgang mit den Ressourcen muss neben der Steigerung der Effizienz alle Rahmenbedingungen im Blick haben
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Branchen- und technologieübergreifende Ansätze im Strategiebereich RessourceneffizienzEine ganzheitliche Betrachtung von materiellen Wertschöpfungsketten
ermöglicht eine umfassende Analyse von Stoffströmen und damit einhergehend die Identifikation möglicher Rohstoffverluste. Die Analyse vor allem rohstoffintensiver und technologiestrategischer Wertschöpfungsketten erscheint in diesem Zusammenhang als prioritär. Input- und Outputströme auf den verschiedenen Stufen der Wertschöpfungskette können ressourceneffizient in weitere Wertschöpfungsketten integriert werden.
Material- und Kosteneffizienz in der Abfallwirtschaft durch Weiterentwicklung der MaterialflusskostenrechnungDie Materialflusskostenrechnung ist ein Instrument des Umweltcontrollings mit dem Ziel, die betriebliche Materialeffizienz zu steigern, um so Kosten zu senken und zugleich damit verbundene Umweltwirkungen zu reduzieren. In ihrer bestehenden Form kann die Materialflusskostenrechnung jedoch nur bedingt in Unternehmen der Abfall- und Kreislaufwirtschaft angewandt werden, da der Einsatz von Reduzenda (Abfälle, Abwasser aus vorgelagerten Wertschöpfungsstufen) bislang methodisch nicht berücksichtigt wurde.
Modellierung und Simulation der Gewerbeabfallaufbereitung vor dem Hintergrund der Kosteneffizienz und hochwertiger VerwertungsstrategienIm vorliegenden Beitrag wird eine Methodik zur Nutzung von Simulationen innerhalb der Aufbereitungsoptionen von Gewerbeabfällen beschrieben. Auf Basis einer umfassenden Systemanalyse wird ein Modell entwickelt, welches es ermöglicht, die Kosten und die klimarelevanten Emissionen von Anlagen zur Aufbereitung von Gewerbeabfällen anhand definierter Szenarien zu simulieren und damit den Betrieb von Aufbereitungsanlagen zu optimieren. Erste Ergebnisse zeigen, dass die Verwertungskosten der Aufbereitung von Abfällen aus der Gastronomie und dem Verwaltungsbereich geringer sind als die Verwertungskosten von Abfällen anderer untersuchter Branchen.
Richtiges Design: Optimierte Abluftreinigung verbessert EnergieeffizienzIm Werk Trnava, rund 45 Kilometer von der slowakischen Hauptstadt Bratislava entfernt, fertigt PSA Peugeot Citroën den Peugeot 207 und den Citroën C3 Picasso. Die vor über fünf Jahren installierte Abluftreinigungsanlage erfüllte die zwischenzeitlich verschärften Emissionsgrenzwerte nicht mehr.
Biomasse als Energieträger – ein Effizienzvergleich aus Sicht der LandnutzungDer Anstieg des weltweiten Ressourcenverbrauchs resultiert einerseits aus dem stetigen Anwachsen der Weltbevölkerung (s. Abb.1), andererseits aber zu einem erheblichen Teil aus dem gestiegenen Lebensstandard in den wirtschaftlich entwickelten Ländern. Zu den wichtigsten Ressourcen in diesem Zusammenhang gehören Land, Wasser und fossile Energieträger.
Energieeffizienz: Was können Wasserversorger tun?Die Energieeffizienz wird auch in der Wasserversorgung immer stärker thematisiert. Steigende Energiepreise und die Notwendigkeit zur Einsparung von CO2 machen die Steigerung der Energieeffizienz notwendig. In diesem Beitrag soll ein Überblick über den Energieverbrauch und das mögliche Einsparpotenzial der deutschen Wasserversorgung gegeben werden. Die Möglichkeiten, auf welchem Wege Energieeinsparung und Effizienzsteigerung zu erreichen sind, werden dargestellt. Ein Beispiel zur Reinigung von Rohrleitungen zeigt ein mögliches Energieeinsparpotenzial auf. Auch Maßnahmen, die mit Investitionen verbunden sind, wie z.B. die Reinigung von Rohrleitungen, können aufgrund der langfristigen Einsparung von Energie wirtschaftlich dargestellt werden.
Recycling und Materialeffizienz als tragende Säulen einer nachhaltigen IndustriegesellschaftDeutschland ist als hoch industrialisiertes und zugleich rohstoffarmes Land auf eine sichere Rohstoffversorgung durch Importe angewiesen. Unkalkulierbare Preisentwicklungen und zunehmende Verfügbarkeitsrisiken im Bereich vieler, für die deutsche Industrie bedeutsamer Rohstoffe, führen jedoch dazu, dass die konventionellen Ansätze zur Sicherung der Rohstoffversorgung allein nicht mehr ausreichen, um Stabilität und Wohlstand des Industriestandortes Deutschland zu erhalten. Diese sehen beispielsweise die Wahrung handelspolitischer Zugänge zu Rohstoffmärkten oder die außenpolitische Flankierung der Rohstoffbeschaffung vor.
Nachhaltigkeit
Der bewusste Umgang mit unseren Ressourcen braucht einen freien Kopf und ein offenes Herz.
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Resilienz als Voraussetzung für nachhaltige EntwicklungIn der Zeit vom 28. bis 30. März 2012 tagte eine Gruppe von 47 Wissenschaftlern, Vertretern von Behörden, Nicht-Regierungs-Organisationen, Firmen und der Medien in Wildbad-Kreuth, um zu erkunden, ob und in welchem Ausmaß die Resilienz-Theorie geeignet ist, den Prozess der nachhaltigen Entwicklung zu unterstützen. Insbesondere ging es darum, Lösungsansätze zu finden, die dazu dienen können, die Auswirkungen der globale Erwärmung, der Verknappung wichtiger Ressourcen, des Flächenverlusts in großen Ökosystemen sowie der um sich greifenden Destabilisierung der Wirtschaft und der Gesellschaft in vielen Teilen der Welt zu überwinden.