Lebensmittel in Hausmüll – Mengen, Indikatoren und ökonomische Relevanz

Die kontinuierliche Lieferung aller Güter an die Supermärkte führt dazu, dass die Konsumenten durchschnittlich zwischen 50.000 Produkten im Handel wählen können (Kantor et al. 1997). Durch das stetig steigende Angebot der Waren im Supermarkt und der mit der Produktion der Güter im Zusammenhang stehenden Umweltbelastung wird das Thema der Nachhaltigkeit im Agrar- und Ernährungssektor zunehmend thematisiert. Schätzungen zur Folge nimmt die Lebensmittelkette ein Fünftel des gesamten Material- und Energieverbrauchs der Güterproduktion in Anspruch (BUND et al. 1996).

Unter dem Aspekt der Ernährungssicherung und Ressourcenschonung wird das Thema Lebensmittelverschwendung zunehmend diskutiert. In der vorliegenden Arbeit wird sich der Fragestellung gewidmet, welche Menge an entsorgten Lebensmitteln in privaten Haushalten in der Bundesrepublik Deutschland anfallen. Ein weiterer Schwerpunkt der Untersuchung wird auf eine Verbindung von soziodemographischen Merkmalen und der Abfallmenge gelegt. Die Erhebung zeigt, dass durchschnittlich pro Kopf und Jahr 43 kg mit einem Wert von rund 100 Euro an Lebensmitteln entsorgt werden. Eine Abhängigkeit zwischen Haushaltsgröße, Alter, Einkommen oder der Kinderanzahl und dem Abfallaufkommen kann nicht bestimmt werden. Die Betrachtung des Bildungsstandes zeigt eine Korrelation zwischen einem steigenden Bildungsniveau und einer geringeren Abfallquote. Des Weiteren bekräftigen die Daten eine Nutzung von Einkaufszetteln als eine Maßnahme, um Lebensmittelabfälle zu reduzieren. Somit ist das Abfalltagebuch ein Mittel zur Bewusstseinserweiterung von Personen, welche zu einer Sensibilisierung der Thematik für Lebensmittelabfälle beitragen kann.
 
 
 
Bild: Fotolia



Copyright: © Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben
Quelle: Depotech 2012 (November 2012)
Seiten: 4
Autor: M. Sc. Frances Vaak
Prof. Dr. habil. Stefan A. Gäth

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