Engpass Mülldeponie: Tschechien setzt auf die Müllverbrennung

Neue Sortiermaschinen, Recyclinganlagen und Müllverbrennung – Tschechien muss bis 2020 enorme Summen investieren, um die EU-Vorgaben bei der Abfallbehandlung zu erfüllen. Das Land ist eines der Schlusslichter in Europa bei der Müllverwertung, obwohl bereits Verpackungsabfälle zu über 70 Prozent erfasst und sortiert werden. Als einen Ausweg sieht die Regierung den Bau von Verbrennungsanlagen an elf Standorten.

Foto: M. Boeckh(09.04.2013) Als rohstoffarmes Land ist die Tschechische Republik auf Ressourcenschonung angewiesen. Ende 2011 hat das Industrie- und Wirtschaftsministerium ein neues Strategiedokument veröffentlicht, in dem die künftige Nutzung von Sekundärrohstoffen beschrieben wird. Dabei will die Regierung diesen Prozess ausdrücklich fördern und unterstützen. Der Markt für den Handel und die Aufbereitung von Sekundärrohstoffen wird schon jetzt auf bis zu 50 Mrd. CZK (rund 2 Mrd. Euro, Wechselkurs: 1 Euro = ca. 25 CZK, tschechische Kronen) pro Jahr geschätzt. Rund 30.000 Beschäftigte sollen in der Branche tätig sein.
Dennoch gibt es in Tschechiens Abfallwirtschaft noch viel zu tun. Jährlich fallen rund 3,3 Mio. t kommunale Abfälle an – Tendenz steigend. Rund zwei Drittel davon landen auf der Müllhalde. Doch ab 2020 darf das Land nach den Vorgaben der EU maximal die Hälfte auf die Deponie bringen. Experten rechnen mit stark steigenden Müllgebühren von derzeit rund 500 CZK je Tonne auf bis zu 2900 CZK. Möglichst schnell müssen also neue Verwertungswege gefunden werden...

Unternehmen, Behörden + Verbände: Eko-Kom a.s. (Prag, Tschechien); ARSM (Brno, Tschechien); Asekol s.r.o. (Prag, Tschechien); Ekolamp s.r.o. (Prag, Tschechien); Elektrowin a.s. (Prag, Tschechien); Rema System (Prag, Tschechien)
Autorenhinweis: Gerit Schulze, gtai
Foto: M. Boeckh



Copyright: © Deutscher Fachverlag (DFV)
Quelle: März/April 2013 (April 2013)
Seiten: 3
Autor: Gerit Schulze

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