Mit Inkrafttreten der EU-Abfallrahmenrichtlinie im Jahr 2008 wurde die bisherige dreistufige Abfallhierarchie durch eine fünfstufige ersetzt. Die neu eingeführte Stufe der „Vorbereitung zur Wiederverwendung 1führte zu intensiven Diskussionen in der Branche, wie diese neue Herausforderung umgesetzt werden könnte. In Österreich wurde vielfach der Weg eingeschlagen, dass sozialwirtschaftliche Einrichtungen mit der kommunalen Abfallwirtschaft zusammenarbeiten, um als Re-Use-Netzwerk vorhandene Kompetenzen zur Umsetzung der Vorbereitung zur WV zu nützen. In allen Re-Use-Netzwerken werden die Kernaufgaben Sammlung und Weitergabe, Logistik und Aufbereitung, Verkauf und Öffentlichkeitsarbeit bearbeitet.
In sieben von neun österreichischen Bundesländern stehen Re-Use-Netzwerke an der Schwelle zum operativen Arbeiten oder haben diese bereits überschritten. Die Kooperation von sozial- und abfallwirtschaftlichen Einrichtungen ermöglicht, dass gebrauchsfähige Güter aus Altstoffsammelzentren wieder in die Nutzung gebracht werden. Die kommunale Abfallwirtschaft agiert dabei als Lieferant von Gütern und als Informationsdrehscheibe, während die sozialwirtschaftlichen Einrichtungen die Güter zur Wiederverwendung vorbereiten und verkaufen. Diese junge Schiene in der Abfallwirtschaft befindet sich in Entwicklung und dementsprechend ergeben sich viele Detailfragen, die in vielen Projekten zur Netzwerkentwicklung diskutiert werden. Österreichweit relevante Fragen aus diesen Projekten werden in eine österreichweite Re-Use-Plattform eingebracht und dort auf Initiative des Umweltministeriums behandelt.
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| Quelle: | Wertstoffhof 2020 - Getrennthaltungsgebot und Novelle des ElektroG (April 2015) | |
| Seiten: | 7 | |
| Autor: | DI Markus Meissner | |
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